AltersvorsorgeWarum die Riester-Rente besser als ihr Ruf ist

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Lange leben zahlt sich aus

Zu renditeschwach, zu teuer, zu kompliziert – was ist an der Riester-Rente nicht alles kritisiert worden. Wer als Berufsstarter jedoch einen chancenreichen Fondssparplan wählt und zudem auf niedrige Kosten achtet, hat die ersten beiden Hürden genommen. Bleibt noch der dritte Vorwurf: zu kompliziert. In dem Punkt lässt sich nur wenig machen. Wichtig ist der sogenannte Dauerzulagenantrag, damit alle Boni automatisch auf das Konto fließen. Doch selbst danach muss man für die optimale Förderung jede Gehaltsänderung und jede Geburt bei seinem Anbieter melden und außerdem jedes Jahr eine Steuererklärung machen, um mögliche Erstattungen auch zu erhalten.

Mit dem Ruhestand beginnt der zweite Riester-Teil, die Auszahlphase – und damit die Wette auf ein langes Leben. Im Prinzip gilt: Wer so alt wird wie die britische Queen Mum (101 Jahre), kann exzellente Renditen erzielen – wer jung stirbt, nicht. In aller Regel darf ein Riester-Nachlass dann aber auf das Vorsorgekonto des Ehepartners übertragen werden.

Ansonsten gelten für die Rentenphase strikte Regeln: Bis zu 30 Prozent des Riester-Guthabens kann man sich auf einen Schlag auszahlen lassen, den Rest erhält der Kunde zwangsläufig als Rente. Und: Alle Riester-Einkünfte müssen im Alter versteuert werden.

Als Folge der niedrigen Zinsen sind sichere Renten derzeit teuer. Bei Fondssparplänen läuft es so: Der Anbieter zwackt zunächst einen Teil des Guthabens ab, um eine Rente ab dem 85. Lebensjahr einzukaufen. Union Investment verwendet dafür derzeit 25 bis 34 Prozent des Kapitals. Der Rest wird in einen Auszahlplan umgewandelt.

Wie hoch die Rente konkret ausfällt, stellt sich bei Fondssparplänen (Ausnahme: Fairriester) erst zu Rentenbeginn heraus. Klar ist aber: In 40 Jahren, wenn heutige Berufseinsteiger in Rente gehen, können die Konditionen wieder besser aussehen – und wer bis dahin erfolgreich anlegt, ist gut aufgestellt.

Bei einer Rendite von fünf oder sechs Prozent in der Sparphase wächst der Ertrag über die gesamte Lebenszeit auch dann nicht in den Himmel. Doch drei bis vier Prozent sind laut Morgen & Morgen je nach Konstellation drin – vorausgesetzt der Kunde bezieht ab 67 für 20 Jahre eine Rente.

Wer länger lebt, erhält mehr – so gesehen ist ein Riester-Vertrag sogar ein Grund für Sport.