AltersvorsorgeWarum die Riester-Rente besser als ihr Ruf ist

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Auch die Beiträge sind angenehm überschaubar: Um die volle Förderung mitzunehmen, müssen vier Prozent des Einkommens in den Vertrag fließen – abzüglich der Zulagen. Bei 30.000 Euro Verdienst macht das 100 Euro monatlich, aus eigener Tasche sind aber nur rund 85 Euro fällig. Bekommt man später Kinder, sinkt die Sparrate weiter: Das erste Kind drückt sie auf gut 60 Euro, nach dem zweiten bleiben nur noch etwa 35 Euro.

Natürlich bringt das familienfreundliche Sparprogramm auch Nachteile mit sich: So kommt man an sein Riester-Kapital, weil es fürs Alter gedacht ist, schwer ran und im Prinzip nur, wenn man die Förderung zurückzahlt. Zudem wird der Hauptteil des Geldes später immer nur als Rente ausgezahlt. Immerhin ist es erlaubt, beim Beitrag zu pausieren oder mit dem Guthaben zu anderen Anbietern zu wechseln, falls sich ein Angebot als Missgriff erweist. Doch welcher Vertrag lohnt sich für jüngere Anleger, und wo bekomme ich gute Konditionen für mein Geld?

Vorsicht vor Jubel-Rechnungen

Die Produktlandschaft ist überschaubarer geworden – jedenfalls bei Angeboten, die für ein echtes Zusatzeinkommen im Alter sorgen. Riester-Banksparpläne sind so gut wie verschwunden; klassische Rentenpolicen werden kaum noch angeboten, eher schon fondsgebundene Verträge, die einen Teil der Einzahlungen in Fonds anlegen – oft jedoch mit hohen Kosten. Attraktiv für Einsteiger bleiben renditestarke Fondssparpläne. Im Unterschied zu Banksparplänen oder klassischen Versicherungen fließt bei solchen Anlageprodukten ein möglichst hoher Anteil der Sparbeiträge in ertragreiche Aktien.

Der Marktführer im Riester-Fondsgeschäft, Union Investment, macht für einen Single rückblickend folgende Musterrechnung auf: Hat der Kunde zwischen 2002 und 2012 abgeschlossen, so hat er bis heute eine persönliche Rendite von 7,5 bis 9,4 Prozent pro Jahr erzielt. Eine Familie mit zwei Kindern holte demnach zweistellige Erträge.

Solche Zahlen klingen großartig, sind aber leider nur die halbe Wahrheit. Zum einen liegen die Renditen bei einem Start in den vergangenen fünf Jahren weit niedriger, zum anderen bezieht sich die Renditerechnung von Union nur auf den Aufbau des Sparkapitals. Abgerechnet wird jedoch am Schluss: Daher kommt es beim Ertrag auch auf die spätere Rentenzeit an – die aber wird ausgeblendet.

Für Jüngere sind Fondssparpläne dennoch besonders sinnvoll, da sie einen langen Anlagehorizont haben und Schwankungen an den Märkten ausgleichen können. Und selbst wenn alles schiefläuft, gilt: Weniger als das eingezahlte Geld gibt es zum Rentenstart nie.

Als erste Orientierung hilft das zweiseitige Produktinformationsblatt, kurz PIB, das die Anbieter auf ihren Internetseiten ausweisen müssen. Darin finden Anleger alle wichtigen Eckdaten der Angebote wie Kosten und Renditechancen. Die Angaben sind standardisiert – und vor allem offiziell geprüft.

Für den langfristigen Aufbau des Vermögens bietet Union Investment mit der „Uniprofi-Rente“ laut Informationsblatt derzeit die höchsten Renditechancen – bei vertretbaren Kosten. Die Konkurrenten DWS und das Berliner Start-up fairr.de weisen für ihre Produkte „Toprente Balance“ und „Fairriester 2.0“ zwar geringere Abzüge aus, doch die Ertragsaussichten sind schlechter. Dafür sind beide flexibler und bieten kostenlose Vertragswechsel.