GeldanlageWarum Anleger ein Auge auf Konsumgüteraktien haben sollten

Am Black Friday locken die Geschäfte die Verbraucher mit Preisnachlässen
Am Black Friday locken die Geschäfte die Verbraucher mit Preisnachlässendpa

Shopping-Süchtige stehen schon in den Startlöchern: Am 23. November ist Black Friday. So wird in den USA der Tag nach Thanksgiving genannt. Für Amerikaner startet an diesem Tag die weihnachtliche Einkaufssaison. Viele US-Bürger genehmigen sich nach Thanksgiving zudem einen Brückentag und haben deshalb Zeit zum Einkaufen. Geschäfte in den Vereinigten Staaten liefern sich am Black Friday traditionell Rabattschlachten. Am kommenden Montag wird dann der Cyber Monday zelebriert: der Beginn des Weihnachtsverkaufs in US-Online-Shops, ebenfalls verbunden mit Rabatten. Nicht nur US-Verbraucher, auch deutsche Konsumenten gehen inzwischen am Black Friday und am Cyber Monday auf Schnäppchenjagd. Über Händler wie Amazon haben die beiden Feiertage für Shopping-Fans längst den Weg nach Europa gefunden.

Black Friday und Cyber Monday gehören für den Einzelhandel zu den umsatzstärksten Tagen des Jahres – nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland. Die beiden Aktionstage würden unter deutschen Kunden von Jahr zu Jahr populärer, berichtet Stefan Genth, Geschäftsführer des deutschen Einzelhandelsverbands HDE. „Das setzt einen wichtigen Umsatzimpuls im Weihnachtsgeschäft“, sagt er. Im laufenden Jahr rechnet der HDE weltweit mit einem Umsatz von 2,4 Mrd. Euro an beiden Shopping-Feiertagen. Im Vergleich zum Vorjahr wäre das ein Plus von 15 Prozent.

Für Anleger könnte jetzt ein guter Zeitpunkt sein, in Aktien von Konsumgüterherstellern zu investieren. Ein erfolgreicher Black Friday und Cyber Monday könnten nämlich die Weichen für ein starkes Weihnachtsgeschäft stellen. Das wiederum dürfte die Kurse von Konsumgüteraktien in die Höhe treiben. Konsum-Titel sind gerade vergleichsweise günstig zu haben: Der europäische Branchenindex Stoxx 600 Consumer Goods hat seit dem Sommer kräftig nachgegeben und steht so tief wie zuletzt vor zwei Jahren.

Anleger müssen risikofreudig sein

Viele Verbraucher waren zuletzt nicht in der Stimmung für ausgiebiges Shopping. Die Konjunkturaussichten für die Eurozone haben sich verschlechtert, immer mehr Ökonomen warnen vor einer Wachstumsverlangsamung im kommenden Jahr. Manch einer befürchtet sogar eine Rezession. Politische Unsicherheiten wie der immer noch ausstehende Brexit-Deal und der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU-Kommission drücken auf die Stimmung. Zyklische Konsumwerte gehörten deshalb in den vergangenen Monaten zu den schwächsten Aktien auf dem Markt. Es ist auch keineswegs ausgemacht, dass sich ihre Kurse in den kommenden Wochen erholen. Risikofreudige Anleger können aber darauf setzen, dass genau das passiert.

Wer nicht selbst nach besonders vielversprechenden Aktien suchen will, kann in einen Konsumgüter-Aktienfonds investieren. Die Produkte haben zwar zuletzt unter der Kursschwäche der Konsumgütertitel gelitten. Seit Jahresbeginn haben Fonds, die Aktien von Konsumgüterherstellern und Dienstleistern kaufen, im Schnitt 3,4 Prozent an Wert verloren, zeigen Zahlen des Fondsratinghauses Morningstar. Aber: Auf Sicht von fünf Jahren erzielten die Produkte im Schnitt ein Plus von fast sieben Prozent jährlich. In den kommenden Monaten könnten sie nun zudem ein interessantes taktisches Investment sein.