SparenWie man am besten für Kinder spart

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Womit wird gespart?

Für kleines Geld — Wenn es um sehr kleine Summen geht oder darum, Kinder zum Selbersparen anzuregen, die schon etwas größer sind, dann eignen sich tatsächlich manche Kindersparkonten. Sparkassen nennen sie gern Mäusekonten. Sie laufen auf den Namen des Kindes, aber man sollte sie auch nicht zu üppig bestücken. Denn bei der Hamburger Sparkasse gibt es zwar drei Prozent Zinsen fürs Mäusekonto, allerdings nur bis 500 Euro. Alles darüber wird kaum noch verzinst (0,03 Prozent). Wer mehr ansammeln will, sollte für den Rest ein Extrakonto anlegen. Dann aber eher kein spezielles Kindertagesgeldkonto auf den Namen des Kindes, die es bei manchen Direktbanken gibt. Denn dort bekommen junge Sparer zwar 0,5 oder 0,6 Prozent Zinsen. Legt man aber als Erwachsener ein neues Tagesgeldkonto an, kann man durchaus 0,75 bis 0,8 Prozent bei etablierten Banken einsacken.

Mittelgroße Beträge — Ist schon etwas Startkapital da, etwa aus Geschenken zur Taufe oder weil Großeltern und Verwandte zum Geburtstag oder zu Weihnachten spendabel waren, dann bietet sich für Sicherheitsbewusste auch ein Festgeldkonto an. Dort kann man das Geld zwischen einem Jahr und zehn Jahren sicher parken – es ist dann aber auch bei kurzfristigen Engpässen nicht verfügbar. Dafür kann man sicher sein, dass am Ende das Grundkapital plus Zinsen herauskommt. Im Bestfall gibt es zurzeit 1,35 bis zwei Prozent Zinsen. So können aus 5000 Euro in zehn Jahren schon fast 6000 Euro werden. Aber passen Sie auf, dass die Bank, die das Geld verwahrt, eine gute Bonität hat und eine umfassende Einlagensicherung gewährleistet.

Wer mutiger ist, kann das Geld auch etwa hälftig (zum Beispiel zu 40 Prozent) in einen Fonds schichten. Dazu sollte man aber sicher sein, dass man den Anteil, der im Fonds steckt, in den nächsten Jahren nicht benötigt. Denn erst wenn das Kapital einige Jahre in Ruhe vor sich hin arbeiten kann, wirft es recht stabile Erträge ab, weil es gelegentliche Kursstürze auf Dauer ausgleichen kann.

Mit einem Indexfonds auf den Aktienindex MSCI World etwa kamen Sparer laut langfristigen Berechnungen von Finanzexperten auf Fünfjahressicht – im Gesamtzeitraum von 1975 bis 2017 und bei der Verteilung: 60 Prozent Festgeld, 40 Prozent Aktienfonds – auf eine durchschnittliche Rendite von 6,5 Prozent. Investierten sie komplett in den Aktienfonds, erzielten sie sogar 9,1 Prozent Rendite. Für Letzteres allerdings müssen Eltern schon gute Nerven haben oder sich notfalls so auf das Kind konzentrieren, dass sie mögliche Kurseinbrüche an den Aktienmärkten gar nicht erst mitbekommen.

Das große Geld — Bei den allermeisten Familien wird es aber darum gehen, hartnäckig zu sparen, um in 15 oder 20 Jahren einen großen Betrag zu haben. Wie also macht man das monatlich am besten? Auch hier gibt es eine sehr vorsichtige, eine ausgewogene und eine wagemutigere Variante.

Die Vorsichtigen nutzen einen Ansparplan von der Bank. Die werfen zurzeit bei einer Sparrate von 50 oder 100 Euro und einer Laufzeit von sieben oder 15 Jahren bis zu 1,2 Prozent Zinsen ab (bei der Deutschen Bank etwa). Macht knapp 20.000 Euro Endguthaben nach 15 Jahren, davon lässt sich schon mal ein Jahr im Ausland finanzieren oder die Wohnungsmiete während der Ausbildung.

Wer dynamischer, aber dennoch defensiv unterwegs ist, sollte sich mit einem Sparplan auf einen Zielfonds beschäftigen: Solche Fonds haben eine feste Laufzeit, also das Jahr 2025 oder 2030 als Ablaufdatum. Und sie sind aktive Mischfonds oder Dachfonds, die unterschiedliche Arten von Wertpapieren mixen. Anfangs investieren sie zu 100 Prozent in Aktien, je näher das Laufzeitende rückt, desto stärker schichten sie aber in sichere Papiere wie Anleihen und Festverzinser um, damit Gewinne nicht kurz vor Schluss durch einen Marktsturz verloren gehen. Bisweilen geben sie auch Garantien, versprechen also, dass mindestens das eingesetzte Kapital am Ende herauskommt oder sogar zwei Prozent Rendite pro Jahr. Solche Garantien gehen natürlich zu Lasten der Rendite – und ganz billig sind solche Fonds auch nicht. Mit rund zwei Prozent laufenden Kosten plus Ausgabeaufschlag müssen Anleger rechnen. Gute Exemplare, etwa von Fidelity oder Deka, brachten aber auf Fünfjahressicht zuletzt 60 Prozent Rendite. Das waren immerhin zwölf Prozent jährlich. Das werden sie vermutlich keine 20 Jahre durchhalten, aber es ist eine beachtliche Leistung.

Und für ganz ambitionierte Anleger gibt es die passiven Aktienfonds, die sich für das Sparen für Kinder sehr gut eignen. Denn wer in solche Sparpläne monatlich 50, 100 oder 200 Euro steckt, bis der Sohn oder die Tochter volljährig ist, der hat vor allem eines: viel Zeit, um Marktschwankungen auszusitzen und die Rendite zu maximieren.

Wichtig ist aber, dass man schon zwei, drei Jahre, bevor der Nachwuchs flügge wird, die Börse beobachtet. Nicht dass pünktlich zum 18. Geburtstag der Markt crasht und die ganzen Gewinne dahin sind. Dann hieße es: weitersparen, bis die Delle ausgeglichen ist. Oder es machen wie die Zielfonds und schon vorher stückweise aufs sichere Tagesgeldkonto umschichten. Was statistisch gesehen herauskäme, wenn man das Kindergeld 18 Jahre lang in so einen ETF steckte? Mit rund sieben Prozent Rendite pro Jahr (nach Kosten) konnten Anleger zuletzt rechnen, sagt der Fondsverband BVI. Wer vor 18 Jahren auf die Welt kam, hätte jetzt 84.700 Euro auf dem Konto, trotz zweier böser Aktiencrashs. Vorausgesetzt, die Eltern haben die Nerven behalten.