SparenWie man am besten für Kinder spart

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Deswegen sind die allermeisten starren Verträge für sie nichts, das gilt vor allem für Bausparverträge, die praktisch keine Zinsen abwerfen und sich ohnehin kaum noch für die Finanzierung einer Immobilie empfehlen (im Übrigen: Wer weiß schon, ob der Nachwuchs später wirklich vom Eigenheim träumt?). Und dies gilt noch viel stärker für Ausbildungsversicherungen, die im Grunde Kapitallebensversicherungen sind, die den Nachwuchs gegen den vorzeitigen Tod der Eltern finanziell absichern sollen. Am Ende der Laufzeit soll dann eine bestimmte Summe herauskommen, die die Ausbildung finanziert.

Von solchen Versprechen lassen sich vor allem Großeltern und extrem sicherheitsbewusste Eltern locken. Den wenigsten ist aber klar, dass sie sich damit für extrem lange Zeit auf fixe Beiträge festlegen. Anpassen oder vorzeitig auflösen lassen sich solche Verträge oft nicht oder nur mit großen Verlusten. Die Kosten dieser Versicherungen sind überdies enorm und die Renditen winzig. Verbraucherschützer finden: Solche Verträge braucht kein Mensch, weder ein großer noch ein kleiner. Auf die sichere Art lässt sich Sparen für Kinder auch anders bewerkstelligen.

Für wen wird gespart?

Na, fürs Kind natürlich, das ist schon klar. Aber die entscheidende Frage ist: Soll das Geld später exklusiv dem Nachwuchs zur Verfügung stehen – oder notfalls auch den Eltern und der gesamten Familie einen Puffer verschaffen, wenn es mal eng wird? Davon hängt einiges ab beim Sparen für Kinder.

Oft hört man den Ratschlag, dass Eltern oder Großeltern das Geld auf den Namen des Kindes anlegen sollten, um selbst Steuern zu sparen. Kinder genießen nämlich ebenfalls hohe Freibeträge und dürfen pro Jahr Kapitalerträge von 9000 Euro einstreichen, ohne darauf Abzüge zahlen zu müssen. Inklusive Sparer- und Sonderausgabenpauschbetrag sind sogar 9837 Euro steuerfrei.

Aber: Legen Erwachsene ein Konto oder Depot auf den Namen des Kindes an statt auf ihren eigenen, dürfen sie das Geld selbst auch nicht antasten oder Vorteile daraus ziehen. Wollen sie später zum Beispiel ein Haus kaufen, dürfen sie das Geld nicht als Eigenkapital einsetzen. Und sobald der Nachwuchs 18 ist, kann er damit -machen, was er will. Ab einer gewissen Höhe kann das Kapital zudem verhindern, dass das Kind BAföG bekommt, und wenn die Erträge höher sind als 5100 Euro im Jahr, kann man Kinder auch nicht mehr kostenlos in der gesetzlichen Krankenkasse mitversichern. Klüger ist es, das Konto im eigenen Namen zu eröffnen, es aber nach dem Kind zu benennen, das sorgt für klare Verhältnisse.

Wie viel wird gespart?

Große Beträge sind es anfangs meist nicht, die monatlich übrig sind. Macht aber nichts, denn der Haupttrick, damit sie einmal groß werden, liegt einzig darin, früh mit dem Sparen für Kinder anzufangen und konsequent dranzubleiben. Zudem päppeln kleine Finanzspritzen von den Großeltern zum Geburtstag oder zu Weihnachten das Kapital schnell auf.

Angenommen, man legt 50 Euro im Monat zur Seite, werden daraus in 18 Jahren – auch ganz ohne Zinsen – schon 10.800 Euro, nach 20 Jahren 12.000 Euro. Schafft man es, das Geld über 20 Jahre mit nur zwei Prozent zu verzinsen, werden daraus sogar 14.700 Euro. Wenn man 100 Euro sparen kann, kommen knapp 30.000 Euro zusammen, und wer es schafft, das Kindergeld monatlich auf ein Extrakonto zu überweisen, also knapp 200 Euro, der kann dem volljährigen Sprössling satte 45.000 Euro mitgeben, selbst wenn er das Geld bloß auf einem ordinären Tagesgeldkonto geparkt hat. Holt man dann noch zwei Prozent Zinsen raus, kommt man auf 52.000 Euro Startkapital. Und das muss längst noch nicht alles sein, was für Sparer drin ist. Die spannende Frage ist nun natürlich: Wo bekommt man überhaupt noch ordentliche Erträge?