FörderungSo hilft der Staat beim Vermögensaufbau

Geld
Symbolbild: GeldanlageGetty Images

Bei der Geldanlage gilt eine alte Sportlerregel: Man muss auch mal einstecken können. Damit ist aber nicht gemeint, dass jeder, der jahrzehntelang Geld in Finanzprodukte steckt, mit manchem Rückschlag an den Finanzmärkten rechnen muss. Dass man sich von denen nicht unterkriegen lassen sollte, gilt sowieso. Sondern es geht ganz simpel um die zahlreichen kleinen (und manchmal auch großen) Hilfen und Zulagen, die der Staat zum privaten Vermögensaufbau gewährt.

Etliche Zuschüsse und Vergünstigungen nehmen viele Bundesbürger gar nicht erst in Anspruch, weil sie die Zulagen nicht kennen, Fristen versäumen oder bestimmte Beträge nicht einhalten. Gerade solche Zuschläge machen es aber besonders in der Anfangsphase leichter, überhaupt Kapital aufzubauen. Denn vor allem Berufsanfänger und Geringverdiener werden gefördert. Aber auch Normal- und sogar Großverdiener können noch ein paar Extra-Euro für später einkassieren.

Nun ist das System staatlicher Zulagen eine zweischneidige Sache. Zum einen birgt es die Gefahr, dass Sparer nur deshalb in bestimmte Produkte investieren, weil der Staat mit Geld- oder Steuergeschenken lockt – obwohl sich die Verträge später als nicht rentabel herausstellen. Zum anderen kann es die eigene Sparneigung dämpfen, denn der Staat gibt ja schon was – da muss man selbst nicht mehr viel machen.

Deswegen sollte man die Zuschläge als das sehen, was sie sind: kleine Geschenke, die es manchmal obendrauf gibt, wenn man ein Sparprodukt wählt, für das man sich auch ohne die Zulage entschieden hätte. Sie sollten helfen, später mehr Geld zu haben, nicht weniger.

Vermögenswirksame Leistungen

Für fast 40 Prozent aller Arbeitnehmer hierzulande gilt: Ihr Chef spendiert freiwillig ein paar Euro im Jahr, wenn sie einen Sparvertrag abschließen oder einen Immobilienkredit tilgen. Das Codewort dafür heißt: vermögenswirksame Leistungen (VL). Oft sind die Beträge dabei nicht üppig, aber über die Jahre kommt dennoch einiges zusammen.

Zwischen 7 und 40 Euro im Monat zahlt der Arbeitgeber, je nachdem wie viel im Arbeits- oder Tarifvertrag vorgesehen ist. Das macht im besten Fall 480 Euro im Jahr, die er für den Mitarbeiter auf die Seite legt, entweder in einen Bank- oder Fondssparplan, einen Bausparvertrag oder zur Tilgung eines laufenden Hauskredits. Knausert der Chef, lohnt es sich für Geringverdiener, den Monatsbeitrag dennoch auf 40 Euro aufzustocken. Denn in diesem Fall erhalten sie eine Zulage vom Staat, die Arbeitnehmersparzulage.

Solche VL-Verträge werden jeweils sechs Jahre bespart, das siebte Jahr gilt als Ruhejahr, dann fließen nur noch die Zulagen für die Wenigverdiener. Man kann das angesammelte Geld entweder nach Ablauf der sieben Jahre entnehmen oder einfach weitersparen. Und sobald die Sparphase ausläuft, kann man auch gleich einen neuen VL-Vertrag abschließen. Im Bestfall bringt das alle sieben Jahre 2880 Euro, schon ganz ohne Zinsen. Bei zwei Prozent Zinsen werden über 3000 Euro daraus, bei einem Fondssparplan schnell noch deutlich mehr.