FörderungVermögensaufbau: So hilft der Staat

Seite: 2 von 4

Arbeitnehmersparzulage

Zusätzlich zum Chef zahlt der Staat beim VL-Sparen dann noch einen jährlichen Zuschuss, wenn das zu versteuernde Einkommen des Mitarbeiters bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Und es können sogar mehrere Zulagen parallel fließen, wenn der Mitarbeiter mehrere Verträge gleichzeitig bespart, zum Beispiel einen Bausparvertrag und einen Fondssparplan.

Insgesamt steuert der Staat einem Single 20 Prozent zur Sparrate dazu, wenn der einen Fondssparplan bespart und wenn er nicht mehr als 20.000 Euro pro Jahr versteuert. Maximal gibt es 80 Euro pro Jahr, das bedeutet: Wer 400 Euro im Jahr zurücklegt (33 Euro im Monat), bekommt 80 Euro geschenkt, also 560 Euro in sieben Jahren. Für Paare gelten die doppelten Beträge.

Arbeitnehmer, die die Arbeitnehmersparzulage für einen Bausparvertrag oder zur schnelleren Tilgung eines Hauskredits nutzen möchten, dürfen nicht mehr als 17.900 Euro jährlich versteuern und erhalten höchstens 43 Euro jährlich als Zuschuss (wobei man sich schon fragt, wer mit 17.900 Euro Jahreseinkommen tatsächlich eine Immobilie finanziert). Immerhin macht die Förderung in sieben Jahren 300 Euro aus. Und da die Sparzulage parallel für Wertpapier- und Bausparverträge gezahlt wird, können Singles rund 860 Euro in sieben Jahren einstreichen, Paare sogar bis zu 1720 Euro.

Wohnungsbauprämie

Damit sich auch Geringverdiener ein Eigenheim leisten können, hat der Staat außerdem die Wohnungsbauprämie geschaffen. Nun kann man darüber streiten, ob er wirklich ausgerechnet das Bausparen fördern sollte – mit Guthabenzinsen zwischen 0,1 und 0,5 Prozent taugen Bausparverträge nicht gerade zum schnellen Kapitalaufbau, kosten aber in der Darlehensphase oft satte drei Prozent Zinsen, was alles andere als günstig ist.

Wer dennoch auf diese Weise sparen will und weniger als 25.600 Euro Einkommen im Jahr versteuert (Paare 51.200 Euro), bekommt 8,8 Prozent seiner jährlichen Sparsumme vom Staat obendrauf. Maximal jedoch 45 Euro. Das heißt: Er zahlt selbst knapp 43 Euro monatlich in den Vertrag ein, kassiert einmal im Jahr 45 Euro zusätzlich und spart so 561 Euro pro Jahr an.

Auch diese Verträge müssen sieben Jahre lang laufen, mit einem Ruhejahr. Insgesamt kommen also gut 3400 Euro zusammen. Das reicht natürlich nicht für einen Immobilienkredit, vielleicht aber für den Notar oder eine neue Einbauküche. Wichtig ist: Das Geld muss tatsächlich für „wohnwirtschaftliche Zwecke“ ausgegeben werden, wie es im Amtsdeutsch heißt – also für den Kauf von Haus oder Wohnung, für die Renovierung oder den Innenausbau.