AnleihenDie besten Kurzläufer-Rentenfonds

In den USA und in Europa geraten die Kurse langlaufender Anleihen zunehmend unter Druck. In Übersee dürften die Leitzinsen im laufenden Jahr deutlich steigen, der europäische Rentenmarkt kann sich von dieser Entwicklung nicht vollständig abkoppeln. Renteninvestoren sollten jetzt eher zu Papieren mit kurzer Laufzeit greifen, raten Anlagestrategen. Als Renditebringer sind Kurzläufer aber ungeeignet. Das zeigt die Performance von Fonds, die in kurzlaufende Euro-Anleihen investieren. In den vergangenen drei Jahren erzielten die Produkte laut Fondsratingagentur Morningstar im Schnitt nur 0,73 Prozent Plus pro Jahr. Um den voraussichtlichen Zinsanstieg auszusitzen, eignen sich Kurzläufer gleichwohl besser als andere Festverzinsliche. Denn ihre Kurse fallen in Phasen steigender Zinsen nicht so stark wie die von Langläufern.

In der Rückschau schnitt ein Fonds der renommierten deutschen Investmentboutique DJE Kapital am besten ab. Der „DJE InterCash“ legte in den vergangenen drei Jahren jährlich um 2,4 Prozent zu. Deutsche, niederländische und US-amerikanische Anleihen sind im Fonds übergewichtet. Von französischen Bonds hält sich Fondsmanager Jens Ehrhardt im Gegensatz zu vielen Kollegen weitgehend fern. Im Januar litt der Fonds darunter, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro leicht an Wert verlor, die hohe US-Quote im Fonds machte sich unangenehm bemerkbar. Mit einem Plus von knapp einem Prozent seit Jahresbeginn hat der Fonds zuletzt trotzdem überdurchschnittlich gut abgeschnitten.

Auf niedrige Kosten achten

Weil mit Kurzläufern keine hohen Renditen zu erzielen sind, sollten Anleger bei entsprechenden Fonds besonders stark auf niedrige Kosten achten. So werden etwa für einen Kurzläufer-Fonds der österreichischen Privatbank Semper Constantia bis zu 1,5 Prozent pro Jahr fällig. Eine Verwaltungsgebühr in dieser Höhe mag für einen Aktienfonds angemessen sein – für einen Rentenfonds ist sie zu hoch.

Besonders günstig unter den Top Ten ist auf den ersten Blick der „Assets Defensive Opportunities UI“. Aufgelegt hat ihn Universal-Investment, für die Anlagestrategie ist die Hamburger Finanzberatung Lange Assets & Consulting zuständig. Anleger zahlen für den Fonds gerade einmal 0,3 Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr. Hinzu kommt allerdings eine sogenannte Beratervergütung in Höhe von bis zu 0,7 Prozent jährlich, außerdem je nach Performance eine erfolgsabhängige Vergütung.

Trotz der vergleichsweise hohen Kosten schnitt der Fonds zuletzt gut ab. Auf Sicht von drei Jahren legte er jährlich um 2,1 Prozent an Wert zu. Im laufenden Jahr steht er mit einem Plus von 1,2 Prozent seit Jahresbeginn ebenfalls gut da. Deutsche Anleihen sind im Portfolio stark übergewichtet, daneben legen die Fondsmanager großes Gewicht auf britische Anleihen. Wie beim DJE-Fonds sind französische Bonds untergewichtet.