Nach dem Abstieg der Commerzbank vor einigen Monaten aus dem deutschen Leitindex folgt nun also auch das Dax-Gründungsmitglied Thyssenkrupp: Wie die Deutsche Börse am Mittwoch mitteilte, muss der Essener Stahl- und Industriekonzern nach drastischem Kursverfall den Platz für den Triebwerksbauer MTU räumen.
Auch andere Shootingstars und Dickschiffe der deutschen Wirtschaft mussten den deutschen Leitindex in den vergangenen 30 Jahren verlassen. Die Gründe dafür waren und sind ganz unterschiedlich. Hier einige Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Nixdorf
Beim Börsengang 1984 konnte Heinz Nixdorf (3.v.l.) optimistisch in die Zukunft blicken. Vier Jahre später gehörte Nixdorf Computer zum Kreis der 30 größten deutschen Aktiengesellschaften. Heinz Nixdorf war allerdings zwei Jahre zuvor gestorben. Ende der 80er-Jahre ging es bergab mit Nixdorf, bis Siemens das Unternehmen übernahm. 1990 verschwand Nixdorf vom Kurszettel.
Continental
Continental ist Rekord-Ab- und -Aufsteiger aus dem Dax. Wegen einer geringeren Marktkapitalisierung mussten der Autozulieferer und die Metallgesellschaft 1996 der Münchener Rück und der Telekom weichen. 2003 kehrte Conti in die erste Börsenliga zurück. Fünf Jahre später erfolgte der nächste Abstieg: Nach der Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe lag Continental beim Wert der frei verfügbaren Aktien nur noch auf Platz 66. Seit 2012 ist der Konzern wieder Mitglied der ersten deutschen Börsenliga.
Hoechst
Die Geschichte des Frankfurter Chemie- und Pharmakonzerns endete 1999: Hoechst fusionierte mit Rhone-Poulenc zu Aventis. Das war auch das Ende der Hoechst-Aktie.
Mannesmann
Nur ein Jahr später war auch Schluss für die Mannesmann-Aktie nach der Übernahme des Telekommunikations- und Stahlkonzerns durch Vodafone. Die Briten waren nur an der Telekom-Sparte interessiert und verkauften die anderen Geschäftsbereiche weiter. Von Mannesmann blieb nichts mehr übrig.
Dresdner Bank
Der Name Dresdner Bank steht heute noch an einer Commerzbank-Filiale in Dresden. 2001 hatte zunächst die Allianz die Dresdner Bank übernommen. Damit endete auch die Dax-Geschichte des Instituts. 2008 reichte die Allianz die verlustträchtige Bank dann an die Commerzbank weiter.
MLP
Der Finanzdienstleister MLP gab nur ein kurzes Gastspiel im Dax: 2001 für die Dresdner Bank aufgestiegen, folgte schon zwei Jahre später der Abstieg. Der von einem Bilanzskandal belastete Konzern erfüllte bei der Marktkapitalisierung nicht mehr die Kriterien für den Verbleib im Leitindex.
Hypovereinsbank
Für die HypoVereinsbank war nach der Übernahme durch die italienische Großbank Unicredit Schluss im Dax. 2005 verschwand auch diese Bank vom Kurszettel.
Postbank
Und noch eine Bank mit einer kurzen Lebensdauer im Dax: die Postbank. Nach dem Börsengang 2004 war sie 2006 in den Leitindex aufgestiegen. 2009 wurde sie von der Deutschen Bank geschluckt.
Infineon
Der Chiphersteller Infineon ist neben Continental das einzige Unternehmen, das nach einem Abstieg den Wiederaufstieg schaffte. Im Frühjahr 2009 wurde Infineon durch Fresenius ersetzt, aber schon ein halbes Jahr später gelang die Rückkehr. Nach dem Abstieg aus dem Dax hatte sich die Aktie fulminant erholt.




































