Erneuerbare EnergienStürmische Zeiten sind gut für die Geldanlage

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Vorsicht bei großen Versprechungen

Man sollte zumindest darüber nachdenken. Allerdings weniger über eine direkte Beteiligung an Anlagen – in Form von geschlossenen Fonds, Genussscheinen oder Crowdfunding. Bei solchen Investments ist das Risiko tatsächlich hoch, weil Anleger meist eine unternehmerische Beteiligung eingehen und voll von einem jeweiligen Betreiber abhängig ist. Oder er erwirbt ein Nachrangdarlehen, das heißt: Im Falle einer Pleite werden andere Gläubiger zuerst bedient, bevor die nachrangigen Geldgeber an der Reihe sind. So viel Risiko zahlt sich oft nicht aus, schon gar nicht in Form der erhofften jährlichen Verzinsung. Seit Jahren versprechen die Betreiber sehr viel und werben mit acht Prozent Zinsen oder mehr. Gezahlt werden sie allerdings selten. Vorsicht also bei solchen Zahlen! Stattdessen wird der Privatinvestor notfalls sogar an den Verlusten beteiligt, deshalb gründen sich inzwischen sogar Anlegerschutzverbände, die gegen solche Initiatoren vorgehen wollen. Solche Direktbeteiligungen sollten nur wagemutige Sparer wählen, die so viel Geld auf der hohen Kante haben, dass sie den Verlust der kompletten Einlage notfalls verschmerzen können.

Es gibt aber geeignetere Formen. Zum einen natürlich Ökofonds, die speziell auf solche Ökoenergieanlagen setzen. Sie streuen das Geld erheblich breiter über viele Anlagen und minimieren dadurch das Risiko erheblich. Bricht eine Anlage weg oder arbeitet sie nicht wirtschaftlich genug, dann fangen die übrigen das meistens auf. Ein Beispiel dafür ist der JSS Sustainable Equity New Power von Sarasin. Er kam zuletzt auf Jahressicht auf eine Rendite von elf Prozent und auf drei Jahre schaffte er 28 Prozent. Auf Zehnjahressicht machte er jedoch kein Plus. Ein Klassiker ist auch der Ökoworld Ökovision, der auf drei Jahre 31 Prozent Performance schaffte und eine stolze Zehnjahresbilanz von 60 Prozent Wertentwicklung aufweisen kann. Nicht sehr viele andere Ökofonds liefen auf die Langdistanz so gut. Fonds von Keppler und Candriam jedoch schafften es und sind ebenfalls einen Blick wert.

Ökoworld Ökovision Classic C Fonds

Ökoworld Ökovision Classic C Fonds Chart
Kursanbieter: L&S RT

Auch für Anhänger von Indexfonds gibt es inzwischen einige spannende ETFs, die speziell auf erneuerbare Energien setzen, der ishares Global Clean Energy zum Beispiel bündelt 30 Konzerne und legte auf fünf Jahre immerhin 43 Prozent zu. Seine Zehnjahresbilanz ist jedoch negativ. Im Lyxor New Energy stecken die 20 größten Grünenergieunternehmen weltweit. Er legte auf drei Jahre 39 Prozent zu, auf fünf Jahre 84, sehr viel länger läuft er noch nicht. Nicht zuletzt gibt es noch den Invesco Power Shares Global Clean Energy, der nicht nur Energieproduzenten vereint, sondern auch smarte Technologiehersteller, die Systeme für deren Anlagen liefern. Er kam über 55 Jahre immerhin auf 55 Prozent Wertentwicklung.

Oder man investiert direkt in einen Hersteller, etwa in den Windkraftanlagenbauer Vestas. Dessen Aktien finden etliche Analysten derzeit interessant, kein Wunder: Zuletzt drehte der Kurs schier durch und legte stürmische 960 Prozent Kursplus in fünf Jahren hin.

Sehr viel gemütlicher geht es dagegen zu, wenn man auf Zinseinnahmen setzt. Das geht am besten, indem man bei einer Ökobank Spareinlagen zeichnet. Bei Instituten wie der GLS Bank, Umweltbank oder Triodos bekommt man Produkte (auch Fonds), die unter Klima- und Umweltgesichtspunkten schon zu den besseren gehören. Die GLS Bank zum Beispiel finanziert darüber hinaus viele Windparks, Bürgerenergiegesellschaften und andere umweltfreundliche Projekte durch Kredite und Einlagen. Bei ihr bekommt man auch Anleihen von Windparks. Wenn man solchen Banken sein Geld leiht, ist man an solchen Finanzierungen quasi beteiligt und streicht die Zinsen dafür ein. Und wenn der Sturm weiter so weht in Deutschland, dann werfen die Windparks an Land und auf dem Wasser sicher auch künftig einige Erträge ab.