PandemieSteuernachzahlungen: Vorsicht bei Corona-Hilfen

Symbolbild Steuererklärungimago images / MiS

„Das dicke Ende kommt noch“, warnt die Stiftung Warentest. Zwar retten Corona-Hilfen derzeit Existenzen. Betroffene sollten aber genau im Blick behalten, was am Ende tatsächlich von der Unterstützung übrig bleiben wird. „Denn viele Leistungen müssen in der Steuererklärung abgerechnet werden. Gut möglich, dass dann ein Teil der erhaltenen Mittel wieder verloren geht“, geben die Steuerexperten der Stiftung Warentest zu bedenken. Ihnen zufolge gibt es unter anderem diese Punkte zu beachten:

Nachforderungen bei Kurzarbeit

Kurzarbeitergeld ist steuer- und sozialabgabenfrei. „Das gilt auch für die Aufstockung durch den Arbeitgeber seit März bis Jahresende, aber nur, wenn er das Kurzarbeitergeld bis höchstens 80 Prozent (mit Kindern: 87 Prozent) des Monatsnettos aufstockt“, informiert die Stiftung Warentest. Sie warnt vor einer steigenden Steuerlast, „da der Lohnersatz dem Progressionsvorbehalt unterliegt: Das Finanzamt addiert die Zahlungen zu den übrigen Einkünften, wenn es den Steuersatz ermittelt“. Die Experten raten: „Haben Sie Kurzarbeitergeld erhalten, planen Sie Nachforderungen des Finanzamts ein.“

Soforthilfen sind Betriebseinnahmen

Wer als Selbstständiger Soforthilfen in Anspruch genommen hat, sollte laut den Experten sofort anfangen zu rechnen: „Selbstständige müssen die Soforthilfen als Betriebseinnahmen abrechnen, sodass ihre Steuerlast steigen kann.“

Nachträgliche Belastung beim Kindergeld-Bonus

Beim Kindergeld-Bonus in Höhe von 300 Euro ist ebenfalls Vorsicht angezeigt. „Verheiratete Eltern, die 2020 ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 67.800 Euro (Unverheiratete: 33.900 Euro) erzielen, müssen einplanen, dass nach der Steuererklärung nur ein Teil oder sogar nichts von dem Bonus bleibt“, warnt die Stiftung Warentest. Der Grund: Das Zusammenspiel von Kindergeld und Kinderfreibeträgen. Sei der Steuervorteil größer als das Kindergeld, ziehe das Finanzamt das Kindergeld ab und nur der Rest wirke sich steuermindernd aus, erklären die Experten. Sie verweisen auf eine Beispielrechnung des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine. Eltern mit einem Einkommen von 75.000 Euro erhalten in dem Szenario die 300 Euro Bonus, müssen aber auf 120 Euro Steuerersparnis verzichten.

Corona-Beihilfe

Ein Corona-Bonus zum Gehalt ist den Angaben zufolge bis 1500 Euro im Jahr steuer- und sozialbgabenfrei. Die Beihilfe sei neben anderen geldwerten Extras erlaubt, etwa neben einem regelmäßigen Zuschuss zum Monatsticket.

 


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