VersicherungenSo sichern Sie sich gegen Starkregen, Blitzschlag und Co. ab

Ein 40 Meter hoher Nadelbaum ist auf ein Dach gestürzt
Umstürzende Bäume können schwere Schäden an Wohnhäusern verursachenimago images / Reichwein

Der Hurrikan „Laura“ hat vor kurzem im US-Bundesstaat Louisiana mehrere Todesopfer gefordert und zahlreiche Häuser zerstört. Weitere Wirbelstürme dürften folgen. Auch hierzulande wird das Wetter immer extremer: Starkregen, sengende Hitze und immer heftigere Stürme machen den Deutschen zunehmend zu schaffen. Nicht selten hört man Klagen über vollgelaufene Keller, abgedeckte Dächer oder umgestürzte Bäume.

Extreme Wetterereignisse haben in Deutschland im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von insgesamt 3,2 Mrd. Euro verursacht, zeigen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Längst sind nicht mehr nur Menschen in Risikogebieten betroffen, etwa solche, die nah an einem Fluss wohnen. „Der Klimawandel führt dazu, dass niemand mehr sicher vor Schäden durch Naturgefahren ist“, sagt Bianca Boss, Sprecherin der Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten (BDV). Ein gewisses Maß an Vorsorge lohnt sich also für jeden.

Für Hausbesitzer sind zwei Policen geeignet: die Wohngebäude- und die Hausratversicherung. Beide zahlen in der Regel bei Schäden durch Sturm, Feuer, Leitungswasser und Hagel. Reißt beispielsweise ein Sturm das Dach vom Haus, springt die Wohngebäudeversicherung ein. Zerstört der Sturm auch Sessel und Fernseher, greift die Hausratversicherung. Das gilt auch, wenn zum Beispiel ein Blitz einschlägt und einen Brand verursacht, der das Haus oder den Garten verwüstet.

Bei Wasserschäden ist für die Schadenregulierung wichtig, welche Ursache dahintersteckt. Wohngebäude- und Hausratversicherung greifen nur, wenn kaputte Rohre oder Leitungen schuld am Wasserschaden sind. Hat hingegen Starkregen dafür gesorgt, dass der Keller vollläuft oder die Wände schimmeln, braucht es eine zusätzliche Police: die Elementarschadenversicherung. Sie deckt Schäden durch Naturkatastrophen ab. Dazu zählen Überschwemmungen, Lawinen, Vulkanausbrüche oder Erdrutsche, außerdem Sturm ab Windstärke 8.

Ob sich eine Elementarschadenversicherung lohnt, hängt davon ab, wie stark ein Haus gefährdet ist, von Naturgewalten beschädigt zu werden. Eine Untersuchung von Stiftung Warentest hat ergeben, dass rund 93 Prozent der Häuser in Deutschland in der sogenannten Gefährdungsklasse 1 liegen. Das heißt: Sie sind nicht von Hochwasser betroffen und lassen sich deshalb relativ günstig gegen Naturkatastrophen versichern. Problematisch wird es in Städten wie Köln, wo es dank des Rheins mindestens einmal in zehn Jahren Hochwasser gibt. „Für Bewohner in diesen Lagen bieten Versicherer die Elementarschadenversicherung oft gar nicht erst an“, sagt Boss vom BDV. Und die Angebote, die es gibt, sind teilweise mehrere Hundert Euro teurer als für Hausbesitzer in Nicht-Risikogebieten.

Naturgewalten können nicht nur direkte Schäden anrichten, sondern auch indirekte. So kann etwa ein Sturm einen Baum entwurzeln, der dann auf ein Auto fällt. „Hatte der Sturm eine Geschwindigkeit von mindestens 62 Stundenkilometern – also Windstärke 8 –, hilft eine Teilkasko“, sagt Boss. Einen Schutz unabhängig von der Windstärke bietet lediglich eine Vollkaskoversicherung. „Hat ein Verbraucher keine abgeschlossen und will trotzdem Schadenersatz, muss er untersuchen, ob die Schuld bei jemand anderem liegt“, sagt Boss. Das könnte etwa der Nachbar sein, auf dessen Grundstück der umgestürzte Baum stand. Um Geld zu bekommen, muss der Geschädigte nachweisen, dass der Nachbar tatsächlich einen Fehler gemacht hat – etwa ignoriert hat, dass der Baum morsch war. „Das kann zu endlosen Streitigkeiten führen“, warnt Boss.

 


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