GeldanlageSo kann man mit Stop-Loss-Orders Verluste begrenzen

Die Angst vor einem zweiten Shutdown hat den Aufwärtstrend an den Börsen gebremstimago images / Kyodo News

Der Dax, der S&P 500, der Nasdaq Composite – viele Aktienindizes haben in den vergangenen Wochen nachgegeben. Vor allem bei Technologiewerten, deren Kurse zuvor besonders stark gestiegen waren, ging es merklich abwärts. Ist die Börsenparty jetzt vorbei? Anlageprofis sind uneins: Die einen betrachten die Rücksetzer als Anzeichen einer überfälligen Normalisierung. Sie sind überzeugt, dass es langfristig weiter aufwärts geht. Die anderen interpretieren die Korrektur dagegen als Warnzeichen. Sie befürchten, dass die Märkte heißgelaufen sind und ein neuer Börsencrash bevorsteht.

Fallende Kurse gehören zum Börsen-Alltag, sind aber für Anleger mitunter schwer erträglich. So mancher Investor dürfte noch vom Crash im Frühjahr traumatisiert sein, als die Aktienkurse zu Beginn der Covid-19-Pandemie so rasch und tief fielen wie kaum je zuvor. Wer einen erneuten Absturz nicht bis zum bitteren Ende mitmachen will, kann Stop-Loss-Orders setzen.

Wie funktionieren Stop-Loss-Orders?

Anleger können ihr Portfolio mit Hilfe dieses Instruments gegen Verluste schützen, umgekehrt betrachtet also Gewinne absichern. Man kann seinem Broker eine Stop-Loss-Order wie einen normalen Wertpapierauftrag erteilen, beziehungsweise sie als Kunde eines Online-Brokers selbst anweisen. Dabei legt man einen sogenannten Stop-Kurs für ein bestimmtes Wertpapier fest. Sinkt dessen Preis auf die festgelegte Schwelle, wird es automatisch verkauft. Achtung: Der Stop-Kurs ist kein Garantiepreis. Der Verkaufsauftrag wird zum bestmöglichen Kurs umgesetzt – dieser kann auch unterhalb der definierten Marke liegen. Gibt es etwa nach Handelsschluss eine Hiobsbotschaft, greift die Stop-Loss-Order erst am nächsten Handelstag. Bis dahin kann der Kurs deutlich unterhalb des Stop-Kurses gefallen sein.

Wo sollte man den Stop-Kurs setzen?

Unterhalb des aktuellen Kurses, klar. Wie weit darunter, hängt von der persönlichen Risikotoleranz ab. Bevor man entscheidet, wie viel Minus noch in Ordnung ist, sollte man sich allerdings anschauen, wie stark der Kurs des betreffenden Wertpapiers im Schnitt schwankt, und diese Schwankungsbreite mitberücksichtigen. Denn wenn man den Stop-Kurs zu knapp setzt, kann es passieren, dass das Verkaufssignal durch einen unbedeutenden Rücksetzer ausgelöst wird, der Kurs aber langfristig weiter steigt. Das Setzen des Stop-Kurses erfordert einiges an Überlegung und Fingerspitzengefühl.

Gibt es gar keine Faustregel?

Leider nicht. Man kann sich zwar an charttechnischen Marken orientieren. Charttechniker sagen: Fällt ein Wertpapier unter eine bestimmte Schwelle, stürzt sein Kurs mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter ab. Man sollte allerdings nicht zu viel auf solche Prognosen geben. Die technische Analyse ist, auch wenn sie seriös daherkommt, keine exakte Wissenschaft.

Wann sollte man den Stop-Kurs nachjustieren?

Das hängt davon ab, wie stark der Kurs des Wertpapiers steigt. Geht es steil nach oben, sollte man den Stop-Kurs auf jeden Fall anpassen. Bei einer Trendwende droht sonst ein tiefer Fall mit hohem Verlust. Allzu oft sollte man jedoch nicht nachjustieren. Bei vielen Banken und Online-Broker werden nämlich für jede Anpassung Gebühren fällig. Auch hier ist also Fingerspitzengefühl gefragt.

Was ist eine Trailing-Stop-Order?

Dabei handelt es sich um eine Stop-Loss-Order, die automatisch nachgezogen wird. Klettert der Kurs des abgesicherten Wertpapiers, klettert der Stop-Kurs mit. Die gewünschte Verkaufsmarke kann man entweder in relativen Werten angeben, zum Beispiel: Verkauf bei fünf Prozent unterhalb des aktuellen Kurses. Oder in absoluten Zahlen, etwa: Verkauf bei einem Verlust von 10 Euro. Auf dieselbe Art kann man festlegen, wann der Trailing-Stop heraufgesetzt wird.

 


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