FondsChina beflügelt Schwellenländer-Fonds

Ein beliebter Rat von Fondsgesellschaften lautet: Schwellenländer-Investoren sollten langfristig denken. Denn erst auf lange Sicht könnten die Emerging Markets ihre volle Wirtschaftskraft entfalten. Tatsächlich geht es in vielen Schwellenländern aufwärts. Wirtschaftliche und politische Probleme lassen dort aber immer wieder die Aktienkurse einbrechen. So brachten Fonds, die in globale Schwellenländeraktien investieren, in den vergangenen drei Jahren im Schnitt gerade einmal 7,8 Prozent Plus pro Jahr, zeigen Zahlen der Fondsratingagentur Morningstar.

Auf kürzere Sicht lief es besser. Trotz der Kursstürze am chinesischen Aktienmarkt im vergangenen Sommer und trotz der Befürchtungen, dass Donald Trumps Präsidentschaft die Wirtschaft in den Emerging Markets belasten könnte: Schwellenländer-Aktienfonds legten in den vergangenen zwölf Monaten durchschnittlich um 26,6 Prozent an Wert zu.

Am besten schlug sich auf Sicht von drei Jahren ein Fonds des Schweizer Anbieters Vontobel. Der „Vontobel mtx Sustainable Emerging Markets Leaders“ erzielte in diesem Zeitraum ein jährliches Plus von rund 15 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten schnitt er mit einem Wertzuwachs von 33,5 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich gut ab. Der Fonds investiert in Aktien von Schwellenländer-Firmen, die bestimmte Nachhaltigkeitskriterien in Bezug auf Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung erfüllen. Obwohl China vor allem in Sachen Umwelt nicht gerade als vorbildlich gilt, machen chinesische Papiere einen Gutteil des Portfolios aus. Unter den größten Positionen im Fonds finden sich etwa Aktien des Konzerns Yutong, des führenden Herstellers von Hybrid- und Elektrobussen in China.

China hat in Schwellenländer-Benchmarks großes Gewicht

Auch der zweitstärkste Fonds der vergangenen drei Jahre, ein Produkt aus dem Hause Goldman Sachs, legt einen Schwerpunkt auf China. Er hält unter anderem Aktien des Internet-Konzerns Tencent, des Versicherers Ping An Insurance und des Suchmaschinenbetreibers Baidu. In vielen anderen Emerging-Markets-Aktienfonds, die in den vergangenen drei Jahren gut abgeschnitten haben, spielen chinesische Titel ebenfalls eine große Rolle. Das dürfte nicht allein an den Präferenzen der Fondsmanager liegen, sondern auch daran, dass China in gängigen Schwellenländer-Benchmarks ein großes Gewicht hat.

Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Fonds im Portfolio können Schwellenländer-Investoren schon heute ordentliche Renditen erzielen, nicht erst in einer fernen Zukunft. Die schlechte Nachricht: Viele Fonds in den Top Ten richten sich nicht in erster Linie an Kleinanleger. Die Mindestanlagesumme liegt oft bei 5000 Euro oder mehr.