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Kreditwürdigkeit Schufa verrät Merkmale, die den persönlichen Score beeinflussen

Die Schufa ist die größte und mächtigste Wirtschaftsauskunftei des Landes
Die Schufa ist die größte und mächtigste Wirtschaftsauskunftei des Landes
© Andreas Arnold/dpa
Wie sich der persönliche Schufa-Score berechnet, galt lange als völlig undurchsichtig. Nun hat die mächtige Auskunftei weitere Kriterien preisgegeben, die die Kreditwürdigkeit beeinflussen.

Wer einen Kredit aufnehmen oder einen Mietvertrag unterschreiben will, bekommt die unheimliche Macht der Schufa zu spüren. Die Bonitätsauskunft von Deutschlands größter Wirtschaftsauskunftei beeinflusst maßgeblich, als wie kreditwürdig man gilt. Wie genau der berüchtigte Schufa-Score zustande kommt und welche Daten einfließen, war lange allerdings völlig undurchsichtig.

Um entsprechender Kritik entgegenzutreten, gibt sich die Schufa seit einiger Zeit transparenter. Sie bietet sogar ein Online-Tool, mit dem man den Schufa-Score beispielhaft selbst berechnen lassen kann. Dort werden auch die wichtigsten Punkte erklärt, die für die Berechnung herangezogen werden. Der „Bild“ nannte die Schufa nun sechs konkrete weitere Merkmale, die in die Berechnung einfließen. Dies sind:

  • Aktuell offene Salden beziehungsweise Insolvenzverfahren
  • Höhe der monatlichen Ratenkreditbelastung
  • Alter des ältesten Ratenkredits
  • Anzahl Inkasso-Anfragen
  • Anzahl der erledigten Negativmeldungen
  • Anzahl der Kreditkartenanfragen im letzten Jahr

Schufa-Score: Die wichtigsten Daten für die Berechnung

Der im vergangenen Jahr auf www.schufa.de gestartete Score-Simulator benennt sieben grundlegende Komponenten zur Berechnung des persönlichen Scores. Erklärt wird auch, was daran sich positiv und was negativ auswirkt.:

  • Girokonten: Kunden, mit denen Banken schon lange zusammenarbeiten, gelten als vertrauenswürdiger. „Je älter ein Konto ist, desto länger und deutlicher hat man bewiesen, dass man finanziellen Verpflichtungen nachkommt. Das verbessert den Score“, schreibt die Schufa.  Wenn man mehrere Konten besitze, könne das den Score allerdings verschlechtern, da Konten überzogen werden können.
  • Kreditkarten: Eine Kreditkarte gilt der Schufa als Vertrauensbeweis der Bank in die Zahlungsfähigkeit der Kunden. „Je älter die Kreditkarte, desto länger und deutlicher beweist man, dass man seine Rechnungen zuverlässig bezahlt.“ In der Regel beeinflusse eine Kreditkarte ab einem Jahr Nutzung den Score positiv. Die Nutzung von mehr als zwei Kreditkarten könne den Score allerdings verschlechtern, da das statistische Risiko eines Zahlungsausfall steigt.
  • Ratenkredite: Schulden sind wenig überraschend erstmal nicht gut für die Kreditwürdigkeit. Insbesondere wer zeitnah mehrere Kredite hintereinander abschließt, verschlechtert den Score. Die Rückzahlung verbessert ihn aber wieder und nach Zahlung der letzten Rate sei „der Score oft besser als vor dem Kreditabschluss“, schreibt die Schufa. Schließlich hat man sich als guter Schuldner bewiesen.
  • Immobilienkredite: Eine Besonderheit sind Immobilienkredite: Diese wirken sich nämlich laut Schufa positiv auf den Score aus. Denn einen Immokredit gewähren Banken nur Kunden, deren Kreditwürdigkeit sie ausführlich geprüft haben. Zudem gibt es als Sicherheit bei Zahlungsschwierigkeiten auch noch die Immobilie.
  • Online-Käufe auf Rechnung: Erst Ware, dann bezahlen: Beim Kauf auf Rechnung handelt es sich im Grunde um ein sehr kurzfristiges Darlehen. Wer in den vergangenen 12 Monaten oft auf Rechnung eingekauft hat, muss mit einem schlechteren Score leben.
  • Umzug: Heute hier, morgen da – ist nicht gut für den Schufa-Score. Denn der honoriert Bodenständigkeit. „Die Statistik zeigt: Umzüge, die vor kurzer Zeit stattgefunden haben, führen zu einem erhöhten Risiko, in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten.“
  • Zahlungsausfälle: Wer trotz zweifacher Mahnung Raten oder Rechnungen nicht bezahlt, erhält einen negativen Schufa-Eintrag. Auch gekündigte Kredite und überzogene Girokonten mit Dispokredit, bei denen ausstehende Beiträge nicht bezahlt wurden, verschlechtern den Score. Ebenfalls ungünstig sind Insolvenzen und Einträge in Schuldnerverzeichnissen. Wenn ein gemeldeter Zahlungsausfall doch noch beglichen wird, bleibt der negative Eintrag von da an noch drei Jahre bei der Schufa gespeichert.

An Personendaten speichert die Schufa Vor- und Zuname, Geburtsdatum sowie Adresse und gegebenenfalls auch vorherige Anschriften. Von der Schufa nicht erfasst werden persönliche Angaben zu Familienstand, Religion, Nationalität sowie Gehalt und Vermögen.

Kompletten Einblick in die Schufa-Formel gewährt die Auskunftei aber nicht. Wie genau welche Daten im Einzelfall miteinander verrechnet werden, lässt sich von außen nicht nachvollziehen. Zudem bezieht die Schufa auch weitere nicht genannte Daten mit ein. Über die kürzlich gestartete Schufa-App „Bonify“ kann sie bei entsprechender Nutzerfreigabe sogar Zugriff auf Kontodaten bekommen.

Der Beitrag ist zuerst bei stern.de erschienen

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