RankingRobo-Advisor: Die besten digitalen Berater für Ihr Geld

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So wurde getestet

Die Investmentspezialisten des Münchner Analysehauses Tetralog haben für Capital 25 Robo-Advisor untersucht, die Ende Mai 2018 am Markt waren. Der Test umfasste drei Kategorien: Erstens die sogenannte Profilierung, also die Erstellung eines Angebots, das zur Risikoneigung des Kunden passt. Zweitens die transparente und verständliche Beschreibung des Investmentprozesses und die erzielten Renditen gemessen am Risiko. Und drittens das Serviceangebot, für das die Robo-Anbieter direkt angefragt wurden.

Die Testperson: Beim fiktiven Testkunden handelte es sich um einen 45-jährigen, verheirateten und kinderlosen Angestellten, der für 15 Jahre 50.000 Euro zum Vermögensaufbau anlegen möchte. Zusätzlich überlegte sich das Analysehaus Tetralog weitere Details der Testperson, die die Robos abfragen und die relevant für die Frage sind, ob die Anlagevorschläge zum Kunden passen. So verfügte der Testkunde über ein monatliches Nettoeinkommen von 5000 Euro und gibt 3500 Euro aus. Zusätzlich hat er ein liquides, also jederzeit verfügbares Vermögen von 100 000 Euro, das zu 80 Prozent in Wertpapieren und zu 20 Prozent auf einem Tagesgeldkonto liegt.

Kategorie Profilierung: Die Kategorie machte 25 der 100 maximal erreichbaren Punkte aus. Bewertet wurde nicht allein, inwiefern der Anlagevorschlag zum Kunden passt. Tetralog analysierte auch, inwiefern ein Robo-Advisor in seinen Fragebögen die finanzielle Situation, die Kenntnisse und Anlageziele abfragte. Zudem konnten sich die Anbieter hervortun, indem sie ausführlich die Risikoneigung ihres Kunden abfragten.

Kategorie Investment: In dieser Kategorie konnten die Onlinevermögensverwalter maximal 40 Punkte erreichen. Hier wurden etwa Rendite und Risiko untersucht: Je höher die Rendite und niedriger das Risiko, desto mehr Punkte gab es. Im Vergleich zum Vorjahr kam es hier zu einer Änderung: 2017 war die Rendite des Anlagevorschlags, den die Robos unterbreitet hatten, nur simuliert worden. Wegen der gestiegenen Zahl der Anbieter analysierte Tetralog in diesem Jahr die tatsächliche Rendite bei einer ausgewogenen Anlagestrategie, wodurch die Anbieter anhand ihrer Leistung beurteilt werden konnten. Dazu stellten die Robo-Anbieter Daten zur Verfügung, die Tetralog überprüfte und daraus die Rendite, die Volatilität und den maximalen Verlust über ein Jahr errechnete.

Standen die Renditedaten eines Robos nicht zur Verfügung, erhielt der Anbieter weniger Punkte. Obendrein wurde geprüft, wie gut der Investmentprozess beschrieben wird. Hier konnte punkten, wer detailliert erklärt, welche Investmentstrategien und Risikomanagementansätze verfolgt und wie Wertpapiere und Fonds ausgewählt werden. Außerdem ging es um die Transparenz des Anlagevorschlags, also aus welchen Vermögensklassen, Fonds oder Einzeltiteln sich die Depots zusammensetzten. Bei Robos, die kein Jahr am Markt sind, wurden Rendite und Risiko nicht bewertet.

Kategorie Service: Diese Kategorie steht für 35 Punkte. Tetralog prüfte die Kontaktinformationen der Robos auf den Websites und die Reaktionszeit sowie die Antwortqualität bei Anfragen per Mail, Chat, Telefon, Whatsapp und Facebook. Bietet ein Robo einen dieser Kommunikationskanäle nicht an, führte das zu Punktabzug. In die Wertung gingen auch weitere Services ein, etwa Sites speziell für Handys oder Apps sowie deren Nutzerfreundlichkeit.

Erstmals analysiert wurde, ob Kundenreports und Weiterbildungsmöglichkeiten wie Webinare bestanden. Zudem wurde zum ersten Mal die Höhe der Kosten bewertet; je höher diese waren, desto niedriger die Punktzahl. Außerdem floss die Breite des Angebots ein, also ob etwa die Auswahl weiterer Anlagekriterien wie Nachhaltigkeit möglich war.