RankingRobo-Advisor: Die besten digitalen Berater für Ihr Geld

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Die Capital-Analyse verrät Anlegern aber nicht nur, welcher Robo besonders empfehlenswert ist. Die Auswertung zeigt, was herausragende Onlinegeldverwalter auszeichnet, wie unterschiedlich sie inzwischen arbeiten – und kündet von einer Verschiebung in der Branche.

Gut zeigen lässt sich das am Warburg Navigator: Denn wieso bringt eine so alte Privatbank überhaupt einen Robo auf den Markt? Die Frage ist berechtigt, denn die Onlinegeldbranche verwaltet bislang nur einen Bruchteil der Summe, die die Deutschen anlegen. Scalable etwa als der größte digitale Vermögensverwalter hierzulande legt inzwischen etwas mehr als 1 Mrd. Euro an. Das klingt viel, ist aber wenig im Vergleich zu den etwa 3000 Mrd. Euro, die in Deutschland direkt in Fonds investiert sind. Zündet die Robo-Idee also überhaupt?

„Viele Robo-Anbieter haben geglaubt, sie könnten schneller Kunden werben“, sagt Philipp Koch, bei der Beratungsgesellschaft McKinsey verantwortlich für die Fondsbranche in Europa. Allerdings hätten die Anbieter die Beharrungskraft hiesiger Anleger unterschätzt. „Viele Deutsche sind in Finanzangelegenheiten wechselunwillig; sie bleiben lieber bei dem Anbieter, den sie kennen“, sagt auch Daniel Hildebrand von der Beratung Roland Berger.

Um bekannter zu werden, müssen die Robos viel Aufwand betreiben. Die Werbekosten pro Kunde liegen je nach Unternehmen zwischen 250 und 1000 Euro. „Das wiederum verlangsamt den Prozess, Anleger zu gewinnen, weil ein Unternehmen das Geld erst mal aufbringen muss“, sagt Dirk Vater, Partner und Finanzexperte bei Bain.

Trotzdem gehen Experten davon aus, dass die Branche wachsen wird. „Bequemlichkeit wird ein immer wichtigerer Wert bei vielen Menschen“, sagt Vater. Das Wachstum der Branche dürfte aber künftig gerade von Robos wie dem Warburg Navigator ausgehen, die einer Bank oder Fondsgesellschaft gehören. Denn sie bringen eine starke Marke im Hintergrund schon mit – und zusätzlich oft ein Filialnetz für den Vertrieb. „Damit wandelt sich das Gesicht der Branche, denn bislang standen die unabhängigen Onlineverwalter im Fokus, jene wie Scalable, die Finanz-Start-ups sind“, sagt Roland-Berger-Mann Hildebrand.

Ein Vorteil für Banken

Hinzu kommt, dass sich etablierte Geldhäuser mit den Robos neue Kundengruppen erschließen: Viele Warburg-Kunden etwa sind älter, durch das digitale Angebot hofft die Bank jüngere Kunden zu werben – und hat deshalb die Mindestanlage für ihre Verhältnisse so niedrig angesetzt. „Uns geht es zum Beispiel um Top-Verdiener, die noch nicht vermögend sind“, sagt Lorenzen. „Die wollen wir jetzt schon an die Bank binden.“

Und die finden im Warburg Navigator ein gutes Angebot. „Gefallen hat uns, dass die Kunden ausführliche Begründungen erhalten, warum bestimmte Fonds ge- oder verkauft werden. Das macht den Prozess für Anleger transparent und nachvollziehbar“, sagt Tetralog-Mann Apelt. Obendrein lobt er die Profilierung über einen Onlinefragebogen. Mit dem sollen Kunden die Anlagestrategie mit dem für sie richtigen Risiko finden. „Bei Warburg mögen wir das besonders, weil die Profilierung detailliert ist und sehr genau danach gefragt wird, welches Risiko ein Kunde aushalten kann“, lobt Apelt.