AltersvorsorgeDieser Papierkram muss bis zur Rente erledigt sein

Rentner in Deutschland
Rentner in Deutschlanddpa

Die Abschiedsfeier mit den Kollegen ist organisiert, das letzte Projekt geht in die Zielgeraden und die Freude auf mehr Freizeit steigt: Wer schon anfängt, die Tage bis zur Rente im Kalender durchzustreichen, sollte sich ranhalten. Denn vor dem Ruhestand gibt es noch einiges zu tun und vor allem viele Formulare zum Ausfüllen – angefangen beim Rentenantrag über Vollmachten bis hin zum Testament. Welche Punkte auf der To-Do-Liste nicht fehlen sollten:

#1 Rente beantragen

Wer in Rente gehen will, muss das nicht nur dem Arbeitgeber, sondern auch der Deutschen Rentenversicherung (DRV) mitteilen. Denn das eingezahlte Geld fließt nicht automatisch aufs Konto. Damit die erste Rentenzahlung pünktlich ankommt, sollten Arbeitnehmer den Antrag spätestens drei Monate vor Renteneintritt abschicken. Die DRV bietet online eine Checkliste mit Unterlagen an, die Arbeitnehmer vorlegen müssen – dazu gehören zum Beispiel die Geburtsurkunden der Kinder und Ausbildungsnachweise.

#2 Kassensturz vor der Rente

Mit dem Ruhestand erwartet den Rentner nicht nur mehr Freizeit, sondern auch weniger Geld auf dem Konto. Ruheständler in spe sollten sich darum einige Fragen stellen: Wie viel Rente bekomme ich? Wofür brauche ich künftig mehr Geld? Kann ich mir die Miete noch leisten? Wer frühzeitig feststellt, dass die Rechnung nicht aufgeht, kann noch gegensteuern und seine Ausgaben kürzen. Hat der künftige Rentner zum Beispiel noch einen Kredit abzuzahlen, kann er mit der Bank eine geringere monatliche Rate vereinbaren. Dann dauert das Abbezahlen zwar länger, dafür bleibt dem Ruheständler mehr Geld für die schönen Dinge.

#3 Anlagestrategie überdenken

Wer bisher viel in Aktien investiert hat, sollte seine Anlagestrategie überdenken. Grundsätzlich gilt: Je näher der Ruhestand rückt, desto weniger Risiken sollte der Anleger eingehen. Vermögensverwalter raten dazu, volatile Produkte wie Aktien in guten Börsenphasen zu verkaufen und das frei gewordene Kapital in sicherere Anlageformen wie Staatsanleihen umzuschichten. Außerdem müssen Rentner entscheiden, ob sie ihr Vermögen bis zu ihrem Tod vollständig aufbrauchen oder ihren Kindern etwas hinterlassen wollen – auch das hat Einfluss auf die Anlagestrategie. Im Zweifel empfiehlt sich der Besuch bei einem Vermögensberater.

#4 Nachlass regeln

Vermögende sollten sich früh überlegen, was sie wem vererben möchten. Wer die gesetzliche Erbfolge umgehen möchte, muss dafür ein Testament aufsetzen. Das Dokument muss entweder eigenhändig geschrieben und unterschrieben oder notariell beglaubigt sein. Doch Vorsicht: Weicht der Wille des Verstorben vom geltenden Erbrecht ab, kann das für Streit in der Familie sorgen. Nächsten Verwandten wie Kindern und Ehegatten steht mindestens ein Pflichtteil des Erbes zu – egal ob sie im Testament stehen oder nicht.

#5 Patientenverfügung

Spätestens im fortgeschrittenen Alter sollte jeder Mensch eine Patientenverfügung ausgefüllt haben. Mit diesem Dokument legen Patienten fest, wie Ärzte zu verfahren haben, wenn sie selbst nicht mehr entscheiden können. Alternativ können Vorsorger auch eine bestimmte Person bevollmächtigen, in ihrem Namen Entscheidungen zu treffen. Je früher sich Ruheständler um eine solche Verfügung kümmern, desto besser, raten Verbraucherschützer. Denn nicht nur hohes Alter, sondern auch Unfälle und schwere Krankheiten können einen Menschen plötzlich aus dem Leben reißen.