Versicherer-TestLebensversicherungen - sicher oder nicht?

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Krisencheck Lebensversicherer: Wer macht eine gute Figur?

Alle Lebensversicherer hatten laut Aufsicht Ende 2016 genug Eigenkapital, um Schocks zu überstehen. Die Verbraucherschützer vom Bund der Versicherten (BdV) aber bewerten strenger: Wer ist nicht nur solide – sondern auch kundenfreundlich.

Tabelle: Krisencheck Lebensversicherung

Was Farben und Daten verraten

Die Auswahl zeigt die 20 größten Gesellschaften sowie alle acht Anbieter ohne Neugeschäft, die nur noch bestehende Verträge abwickeln. Die Gesellschaften repräsentieren (nach Beitragseinnahmen) mehr als drei Viertel des Marktes.

Solvenz
Die Solvenzzahl ist eine Kennzahl, die zeigt, ob der Versicherer am Stichtag genügend Eigenmittel besaß, um Extremsituationen zu bestehen. Die Aufsichtsbehörde stellt dafür bestimmte Anforderungen; eine Zahl von 100 besagt, dass diese von den Eigenmitteln genau erfüllt werden. Ein Wert darunter ist schlecht, weil in einer extremen Krise die Mittel ausgehen könnten. Ein sehr hoher Wert aber ist aus Kundensicht ebenfalls schlecht, weil er nahelegt, dass die Versicherer Kapital horten und es nicht an ihre Kunden weitergeben. Für die farbliche Bewertung der beiden folgenden Solvenzzahlen galt der schlechtere Wert.

Offiziell: Der Wert gibt die für die Aufsicht relevante Quote an. Grün
bekam der Bereich 100 bis 350, gelb unter 100 bis 80 und über 350 bis 500.

Rein: Noch gelten für die Anbieter Erleichterungen bei der Berechnung. Viele davon fallen 2031 weg. Die reine Solvenz zeigt, wie das Ergebnis ohne alle Erleichterungen aussähe. Grün: 100 bis 200. Gelb: 100 bis 80 und 200 bis 300.

Gewinnerwartung
Der Wert zeigt die künftige Gewinnerwartung für Eigentümer des Unternehmens im Verhältnis zu den Eigenmitteln. Hohe Werte über acht weisen auf hohe Margen für Eigentümer hin, die für die Kunden schlecht sind. Bei Minuswerten werden Verluste erwartet.

Kapitalstarker Konzern
Ein Haken bedeutet zusätzliche Sicherheit. Der unabhängige Analyst Carsten Zielke kennzeichnet damit Anbieter, bei denen eine kapitalstarke Konzernmutter problemlos Geld nachschießen kann.


Der Beitrag ist zuerst in Capital 09/2017 erschienen. Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes, GooglePlay und Amazon