KommentarInvestieren Sie nicht in Helden!

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Keine Garantie für hohe Renditen

Für Anleger bedeutet das: Sie müssen mehr Zeit investieren, einen richtigen Fonds zu finden, weil es aufwendiger ist, solche Regeln zu erfragen und herauszufiltern – als schlicht einem Manager zu vertrauen, den die Finanzpresse gerade hochjubelt (das sei hier selbstkritisch angemerkt).

Und natürlich ist ein einmal erfolgreiches Anlagekonzept keine Garantie, auch in Zukunft tolle Renditen einzufahren. Wenn der Markt – aus welchen Gründen auch immer – besonders Tech-Werte mit hohen Verlusten wie Tesla hofiert und solche Aktien die Börsen treiben, können auch gute Manager mal schlechter als der Gesamtmarkt dastehen, weil sie eben keine verlustmachenden Unternehmen kaufen.

Damit zeigt sich auch der psychologische Wert solcher Regeln: Sie können Anlegern helfen, zu erklären, warum ein Produkt eine Zeit lang nicht so gut läuft – und so eine Stütze für schlechte Phasen sein, weil Anleger ahnen können, dass der Fonds in anderen Marktphasen wieder besser laufen könnte. Bei einem Geld-Promi dürfte die Enttäuschung über ein schlechtes Abschneiden dagegen größer sein, weil dessen fehlende Fortune so schwer zu erklären ist.

Fondsmanager – Handwerker statt Magier

Hinzu kommt noch ein weiterer, ganz wesentlicher Punkt: Regeln erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Manager seine Erfolge wiederholen kann – anders als einer, der nach Bauchgefühl investiert und damit einfach eine Zeit lang Glück hat. Letzteres geschieht leider immer noch viel zu oft.

Regeln dagegen machen einen Fonds – gerade, wenn ihn nicht nur ein Manager, sondern ein Team führt – unabhängiger von einzelnen Personen. Sie nehmen Fondsmanagern den Heldenstatus und machen den Job zum Handwerk. Fondsmanager gelten gerne als Magier der Märkte, im Idealfall ähneln sie aber eher Dachdeckern, die ihren Fonds auf die immer gleiche Art und Weise zusammenzimmern.

Nach dem Investmentprozess zu fragen spricht dabei nicht grundsätzlich gegen Promifonds. Beides schließt sich nicht aus. Es zeigt nur, dass Bekanntheit – ganz gleich ob bei Fonds, Aktien oder Anleihen – allein kein gutes Anlagekriterium ist.