VermögensaufbauSo bauen Sie mit ETFs ein Vermögen für das Alter auf

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#5 Das Fachchinesisch durchblicken

Die typischen Informationen über ETFs auf den Seiten der Direktbanken oder Fondsplattformen enthalten eine Fülle von Details, die auf den ersten Blick bestenfalls verwirren – oder gar Sorgen schüren. Das gilt beispielsweise für die Art, mit der Anbieter wie iShares, DB X-Trackers oder Vanguard einen Index nachbilden. Dazu können Fondsgesellschaften entweder für das Fondsvermögen tatsächlich die Wertpapiere eines Index kaufen, etwa bei einem Dax-ETF die Aktien seiner Mitglieder. Dann spricht man von einer physischen Replikation. Bei einer seltener werdenden Variante bilden Anbieter den Indexverlauf aber auch über Derivate ab, die im ETF liegen. Dann spricht man von einem Swap-basierten ETF.

Es gibt keine gewichtigen Gründe, Swap-ETFs zu meiden, sie sind auch nicht per se riskanter als solche, die Wertpapiere physisch kaufen. Beide unterliegen einer strengen Regulierung, die die Interessen der Anleger auch bei einer Pleite des Anbieters schützt. Allerdings setzt sich am Markt immer mehr die physische Variante durch, da sie vielen Anlegern psychologisch mehr behagt – daher lohnt im Zweifel der Griff zu physischen beziehungsweise direkt replizierenden ETFs.

Für die Basisanlagen hat Capital nur ETFs ausgewählt, die Indizes physisch nachbilden: Wer 1000 Euro in einen Dax-ETF investiert, dessen Geld legt der Anbieter anteilig auf Fondsebene in die Dax-Titel an. Mit der aktuellen Gewichtung fließen etwa 90 Euro in Siemens-Aktien, 35 Euro in Adidas und 24 Euro in die Deutsche Bank, entsprechend dem jeweiligen Gewicht von neun Prozent, 3,5 und 2,4 Prozent.

Zwei weitere wichtige Fachtermini sind die Gesamtkostenquote und der Spread. Die Gesamtkostenquote gibt an, wie viel Gebühren dem Fondsvermögen maximal pro Jahr entnommen werden. Der Spread im Handel wiederum bildet die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs an der Börse ab und kommt ins Spiel, wenn Anleger nicht direkt ETFs mit ihrer Bank handeln (siehe nächsten Punkt). Beim Spread gilt: Je niedriger, desto besser.

#6 Kaufen und halten

ETF steht für Exchange-Traded Fund, also einen börsengehandelten Fonds. Tatsächlich wurden ETFs lange ausschließlich an der Börse gehandelt, was von Anlegern grundlegende Kenntnisse über die Aufgabe einer Wertpapierorder verlangt hat. Das ist vorbei: Wer sich nicht in das System von Stückzahlen oder An- und Verkaufslimits einarbeiten möchte, für den übernimmt das die Bank. In den entsprechenden Ordermasken der Direktbanken lassen sich Sparpläne einrichten oder Einmalanlagen im sogenannten Direkthandel tätigen. Dann ist der Handelspartner des Anlegers die Bank, er muss lediglich den ETF und die Summen auswählen.

So sind ETFs über Direktbanken einer der günstigsten Wege überhaupt, um Vermögen aufzubauen: Depotkosten gibt es meist keine, die Gebühren liegen zwischen null und 1,75 Prozent bei Sparplänen und bei 0,1 und 0,3 Prozent für eine Einmalanlage von 5000 Euro. Anschließend fallen nur noch die laufenden Kosten an, die sich meist unter 0,3 Prozent pro Jahr bewegen.

Kein Wunder also, dass Buffett zum Fan wurde. Folgen ihm Anleger in einem weiteren Punkt, steht einer langfristig hohen Rendite nichts im Weg: „Meine favorisierte Haltedauer“, erklärte er, „ist: ewig.“ Wem das zu lang ist: Fünf Jahre sollten es aber mindestens sein.