VermögensaufbauSo bauen Sie mit ETFs ein Vermögen für das Alter auf

Seite: 3 von 5

#3 Suchen und finden

Haben Anleger eine grundlegende Idee, wie sie ihr Geld anlegen wollen – zum Beispiel: einmalig 5000 Euro in einen ETF auf deutsche Standardwerte über den Dax oder je 50 Euro pro Monat in einen globalen Aktien- und einen globalen Anleihe-ETF als Sparplan –, steht der konkrete Kauf an. Für Bequeme hat Capital eine Liste der größten und am liquidesten gehandelten ETFs auf verschiedene Anlageformen erstellt, die sich als Basisanlage für Einmalanlagen wie Sparpläne eignen (siehe Tabelle am Ende des Textes).

Fortgeschrittene Anleger können ETFs auch selbst auf Portalen wie extra-funds.de oder justetf.com suchen und anhand selbst gewählter Kriterien definieren, etwa nach Größe, Region, der jährlichen Gebühr, Mindestliquidität. Doch Vorsicht: Die Vielfalt an Kriterien ist für Anleger in der Regel verwirrend und nicht entscheidend.

Niedrige Kosten und hohes Volumen sind wünschenswert. Denn ETFs sind ein Skalengeschäft: Je höher das verwaltete Volumen, desto günstiger kann ein Anbieter das Produkt anbieten und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es das Produkt in einigen Jahren auch noch geben wird.

Wirklich entscheidend ist für Anleger aber ein simples Kriterium: ob ein ETF seine auflaufenden Erträge ausschüttet oder wieder anlegt, in der Fachsprache Thesaurierung genannt. Wer die Erträge aus Zinsen und Dividenden des ETFs gern ausgezahlt hätte, wählt die ausschüttende Variante. Wer hingegen langfristig sein Geld mehren will, wählt die thesaurierende Variante, mit der auch der Zinseszinseffekt greift. Die genaue Ertragsverwendung gehört zu den weiterführenden Informationen, die Anleger erhalten, sobald sie bei Banken und Brokern die entsprechende Wertpapierkennnummer des ETFs eingeben oder über eine Suche herausfiltern.

In allen Varianten ist für den Beginn eines Sparplans oder eine Einmalanlage ein Depot nötig. Bei Direktbanken wie der ING-Diba, Comdirect, DKB oder Consorsbank ist dies in der Regel kostenlos und die Eröffnung inzwischen auch per Videolegitimation möglich. Klassische Filialbanken bieten (oft kostenpflichtige) Depots an, die sie aber nur eher widerwillig und auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden mit günstigen ETFs bestücken.

#4 Den Überblick behalten

Der ETF-Markt boomt – und das macht die Auswahl an Produkten und Angeboten nicht eben einfacher. Rund 1600 ETFs gibt es derzeit in Deutschland, das sind rund 500 mehr als noch vor einem Jahr. Vor allem im Bereich der exotischen ETFs herrscht Wildwuchs. Quasi täglich werden neue aufgelegt, auch solche, die die Wertentwicklung von Indizes doppelt oder gar invers nachvollziehen (was Spekulationen auf fallende Indexstände ermöglicht). Andere locken mit einem Zugang zu einem Korb von Rohstoffen oder mit einem eher abseitigen Thema wie der Marihuana-Aktienindex oder mit Indizes, in denen die Zusammensetzung von bestimmten Kennziffern seiner Indexmitglieder abhängt, etwa der Dividendenrendite oder der jüngeren und jüngsten Kursentwicklung.

In diesem Gestrüpp hilft eine simple Faustregel: Zum Vermögensaufbau sind, in Abgrenzung zur Spekulation, besonders ETFs auf große, bekannte Indizes geeignet, etwa auf den Dax, den Euro Stoxx 50 für die größten 50 Werte der Eurozone, den S&P 500 für die größten US-Werte oder den MSCI World. Damit landen Käufer automatisch bei Fonds, die stark im Wettbewerb stehen und die auch viele Profianleger nutzen.

Schwieriger sind zumindest auf kurze Sicht Anleihe-ETFs: Durch die Niedrigzinsphase sind die möglichen Renditen mit diesen Fonds eher gering, sie betragen näherungsweise ein Prozent für umfassende ETFs auf Euroanleihen und gut zwei Prozent auf Dollaranleihen. Ein guter Kompromiss sind sogenannte Portfolio-ETFs. Hier übernimmt zu geringen Gebühren ein fixer Mechanismus die Verteilung des Vermögens über Aktien, Anleihen und bei einigen Produkten auch über Rohstoffe. So lässt sich ein Paket zum Vermögensaufbau mit gutem Chance-Risiko-Profil schnüren (siehe Tabelle am Ende des Textes).