FondsIn 7 einfachen Schritten zur ETF-Anlage

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Schritt 7: Nützliche Kleinigkeiten

Nur noch für einige Monate spielt die unterschiedliche Besteuerung von ETFs je nach Ertragsverwendung und Domizil des Fonds eine Rolle für die Produktwahl. Das ist ab Januar 2018 vernachlässigbar und sollte daher kein Kaufkriterium mehr sein. Einen kleinen Kostenvorteil können Investoren hingegen stets herausholen, wenn sie auf den Kaufzeitpunkt achten. Dabei geht es nicht um den richtigen Kurs (den erwischt niemand), sondern um die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis. Die ist in der Regel dann eher eng, wenn gerade auch die Wertpapiere des entsprechenden Index gehandelt werden. „Anleger sollten einen ETF idealerweise zu den Handelszeiten des jeweiligen Index kaufen“, rät Stephan Kraus, ETF-Experte der Deutschen Börse.

Wer etwa einen ETF auf US-Aktien oder mit hohem US-Anteil wie dem MSCI World kaufen möchte, tut dies idealerweise nach 15.30 Uhr, wenn die US-Börse auch geöffnet ist. ETFs auf deutsche Aktien kaufen Anleger idealerweise zwischen 9 und 17.30 Uhr, selbst wenn die Hausbank auch einen außerbörslichen Handel anbietet. Das spart zwar selbst bei größeren Orders allenfalls ein paar Euro, denn die typischen Handelsspannen schwanken zwischen 0,02 bis 0,03 Prozent. Möglich – und in sehr hektischen Märkten nicht undenkbar – sind aber bis zu einem Prozent. Das wäre dann das Mehrfache der typischen Jahresgebühr.

Ein schlagender Vergleich

Letztlich fußt die Erfolgsgeschichte der ETFs auf der Magie, nach der selbst kleine Unterschiede langfristig eine große Wirkung entfalten. Kauft etwa Norbert Fluck, so er sich denn doch mal durchringen kann, für 10.000 Euro Anteile an einem aktiven Fonds auf deutsche Standardwerte, kommt er bei der langfristig typischen Rendite des Dax von rund acht Prozent pro Jahr nach 25 Jahren auf rund 45.000 Euro Endvermögen. Schließlich nagen die typischen fünf Prozent Ausgabeaufschlag und 1,5 Prozent Gebühren an seinem Vermögen. In diesen Kosten ist allerdings auch ein Berater enthalten, der womöglich die Hand hält, wenn Fluck die Nerven zu verlieren droht.

Schafft er es allein mit einem Dax-ETF zu 0,1 Prozent Gebühren pro Jahr, beträgt sein Vermögen nach 25 Jahren 67.000 Euro.

Trotzdem haben die Kunden aller deutschen Direktbanken gerade mal rund 11 Mrd. Euro in ETFs angelegt. Das entspricht ziemlich genau der Summe, die Privatanleger laut dem letzten Geschäftsbericht der Telekom noch immer in Telekom-Aktien investiert haben. Ihre Aktie notiert heute keine 20 Prozent über dem Ausgabepreis vor gut 20 Jahren. Mit dem gleichen Langmut hätten ETF-Anleger vermutlich deutlich mehr verdient.