FondsIn 7 einfachen Schritten zur ETF-Anlage

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Prinzipiell sollte die prozentuale Abweichung vom Index so gering wie möglich sein. Allerdings ist die Wertentwicklung der Vergangenheit keine Garantie für die der Zukunft. Das gilt auch für ETFs. Capital rät, sich an sieben einfache Schritte zu halten, um mit ETFs Erfolg zu haben.

Schritt 1: Die richtige Vermögensverteilung

Der Erfolg einer Geldanlage hängt nicht von der Wahl eines Fonds ab, sondern vielmehr von der Grundsatzentscheidung, wie hoch der Anteil von Aktien, Anleihen, Immobilien oder Cash im Depot sein soll. Und ob man einmalig eine große Summe oder regelmäßig viele kleine Beträge zur Seite legt. Zwischen 80 und 90 Prozent der Erträge hängen von der Vermögensverteilung ab, nicht vom konkreten Produkt.

Daraus ergeben sich weitere Fragen: Wenn die grobe Aufteilung steht, wie hoch soll dann der ETF-Anteil sein? Wollen Sie einmalig oder regelmäßig anlegen? Und in welcher Region: Deutschland, Europa oder der Welt? Und, das ist die gemeinste Frage: Trauen Sie sich zu, dieser Strategie auch dann treu zu bleiben, wenn die Kurse mal abrauschen?

Schritt 2: Beratung oder Selbstberatung

Der Verzicht auf Beratung spart viel Geld, birgt aber auch Risiken. Wer als Selbstentscheider auf ETFs setzt, minimiert das sogenannte Managementrisiko auf zwei Ebenen: Er läuft nicht Gefahr, schlechte Produkte angedreht zu bekommen. Zudem entfällt das Risiko, dass das Fondsmanagement nur unterdurchschnittliche Leistungen bringt.

Allerdings gehen „Selbstentscheider“ ein neues Risiko ein: nämlich ETFs rege zu handeln, anstatt sie diszipliniert zu halten. Während man mit Aktien in der Theorie langfristig rund acht Prozent pro Jahr verdienen kann, unterschießen Privatanleger in der Praxis diese Rendite um zwei bis vier Prozentpunkte, wie Studien des Zürcher Verhaltensökonomen Thorsten Hens ergeben haben. Der Grund: Viele Anleger kaufen, wenn die Kurse hoch sind, und verkaufen, wenn die Preise fallen. Sie schätzen die eigene Risikolust vor der Anlage oft zu optimistisch ein und verlieren bereits bei kleineren Verlusten schnell die Nerven. Gerade die Liquidität der ETFs und ihre einfache Handelbarkeit über Onlinebroker machen es sogar noch einfacher, schnell zu verkaufen. So beträgt die durchschnittliche Haltedauer des größten Aktien-ETFs auf den US-Aktienindex S&P 500 nur noch 15 Tage.

Der typische Berater kostet dagegen, aber er leistet oft auch etwas: zum Beispiel Beistand und Zuspruch, wenn es kritisch wird.

Schritt 3: Einmal versus Sparplan?

Die Frage, ob man besser einmal viel oder häufig wenig Geld anlegt, offenbart eine Lücke zwischen Theorie und Praxis. Wissenschaftler haben keinen Beleg dafür gefunden, dass ein Ansparplan einen Vorteil gegenüber einer Einmalanlage hat – etwa in der Frage, ob ein Anleger lieber 10.000 Euro auf einen Schlag in einen Dax-ETF investieren soll oder in 40 Monatsraten à 250 Euro. Oft wird behauptet, Letzteres senke dank des „Durchschnittskosteneffekts“ das Risiko, zu teuer einzusteigen.

„Eine grundsätzliche Überlegenheit eines Anlageplans gegenüber einer Einmalanlage existiert nicht“, sagt dagegen Martin Weber, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Uni Mannheim. Langfristig steigen Aktienmärkte nun mal, daher glättet man zwar mit einem Sparplan die Schwankungen, senkt aber auch die Renditechancen. Und: Je länger der Anlagehorizont, desto weniger fällt überhaupt ins Gewicht, wann ein Anleger gekauft hat.

In der Praxis fühlen sich viele Investoren mit genau jener „Glättung“ aber sehr wohl: Rund 420.000 ETF-Sparpläne verzeichnen alle Direktbanken in Deutschland derzeit. „Es sind gerade die Sparpläne, die das Volumen des ETF-Vermögens von Privatanlegern klettern lassen“, sagt Markus Jordan, Betreiber der ETF-Plattform www.extra-funds.de.

Die Anleger treibt die Angst, zur falschen Zeit einzusteigen. Wenn ein Sparplan also dabei hilft, eine Anlage diszipliniert durchzuhalten, ist er durchaus sinnvoll, zumal Sparpläne bei vielen Onlinebrokern wie etwa der ING-Diba und dem S Broker der Sparkassen teils gebührenfrei sind.

Wer indes über ein hohes Maß an Selbstdisziplin verfügt, muss auch bei einer schwankungsanfälligen Anlage in Aktien-ETFs kaum Sorgen haben: Nach mindestens 15 Jahren Haltedauer haben Anleger weder mit dem globalen Aktienindex MSCI World noch mit dem Dax in den letzten 50 Jahren selbst bei katastrophalem Timing unterm Strich je Geld verloren.