Remote WorkHomeoffice-Pauschale: Wem bringt sie was?

Symbolbild Homeoffice
Symbolbild HomeofficeIMAGO / Westend61

Viele Menschen sind während der Corona-Krise ins Homeoffice gewechselt, verfügen aber nicht über ein Arbeitszimmer. Um auch diese Betroffenen steuerlich zu entlasten, hat der Bundestag zum Jahresende eine Homeoffice-Pauschale beschlossen. Steuerpflichtige können in der Steuererklärung 2020 für jeden Tag Homeoffice fünf Euro absetzen. Damit sinkt das Einkommen, auf das Steuern gezahlt werden muss. Voraussetzung: Die betriebliche oder berufliche Tätigkeit wurde an diesem Tag ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausgeübt.

Die gute Nachricht für Selbstständige: In Medienberichten war zwar meist die Rede davon, dass Arbeitnehmer von der Pauschale profitieren. In dem Bundestags-Beschluss ist aber allgemein die Rede von „Steuerpflichtigen“. Deshalb profitieren auch Selbstständige und Freiberufler, wie Steuerberater Daniel Reicht „Gründerlexikon.de“ sagte.

Die neue Pauschale kommt allerdings mit einigen Einschränkungen. Sie ist zum einen auf 600 Euro oder 120 Tage gedeckelt. Wer länger von zu Hause aus gearbeitet hat, wird für diese Mehrbelastung also nicht steuerlich begünstigt. Die Pauschale wird zudem nur für 2020 und 2021 gewährt.

Homeoffice-Pauschale: Wer profitiert?

Die neue Hilfe kommt zudem bei vielen Betroffenen nicht an. Sie wird nämlich in den Arbeitnehmer-Pauschbetrag, die Werbungskostenpauschale, eingerechnet. Diese Vergünstigung in Höhe von 1000 Euro gewährt das Finanzamt automatisch bei jeder Steuererklärung. „Denn der Staat geht davon aus, dass jeder Arbeitnehmer Kosten hat, die ihm aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit entstehen“, erklärt der Verein Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH).

Von der Homeoffice-Pauschale profitieren also nur Berufstätige, die pro Jahr inklusive der neuen Pauschale auf über 1000 Euro Werbungskosten kommen. Da Fahrtkosten bei den Werbungskosten den größten Posten ausmachen, kommen laut VLH am ehesten Pendler in den Genuss der neuen Vergünstigung. „Je länger der Arbeitsweg eines Arbeitnehmers ist, umso mehr steigen die Chancen, dass er – trotz Homeoffice – über die 1000 Euro Arbeitnehmer-Pauschbetrag kommt.“

Kritik an Homeoffice-Pauschale

Deshalb sollte jeder, der an seiner Steuererklärung sitzt, seine Pendlerpauschale genau nachrechnen“, empfahlen die Experten. Die tatsächlichen Werbungskosten müssten dann aber nachgewiesen werden können. Der Steuerhilfeverein kritisierte: „Etliche Arbeitnehmer würden bei ihrer Steuererklärung finanziell besser dastehen, wenn die Homeoffice-Pauschale zusätzlich zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag absetzbar wäre.“

Anfangs noch unklar war laut „t-online.de“ zunächst, wie Telefon- und Internetkosten im Homeoffice ohne Arbeitszimmer behandelt werden. „Diese durften Arbeitnehmer bisher pauschal zu 20 Prozent bei der Steuer ansetzen, maximal bis zu 20 Euro im Monat. Im Jahr käme man so also auf 240 Euro“, hieß es und weiter: „In jedem Fall separat zur Homeoffice-Pauschale dürfen Arbeitnehmer sogenannte Arbeitsmittel als weitere Werbungskosten absetzen. Darunter fallen zum Beispiel Fachliteratur, Laptop, Bewerbungskosten, Berufskleidung oder Kosten für Fortbildungen, die Sie selbst tragen mussten. Pauschal erkennen die Finanzämter hier 110 Euro an. Wer höhere Ausgaben hatte, gibt alle Posten einzeln in der Steuererklärung an.“