GeldanlageHans und die Goldfans im Glück

Goldbarren
Trotz der negativen Preisentwicklung ist Gold beliebt
© Deutsche Börse AG

Daniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschriebenDaniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschrieben


Deutschland Mitte der 2000er-Jahre – Langeweile herrscht vor, wenn es um edle Produkte ganz unterschiedlicher Art geht, nämlich Burger und Edelmetalle. Wer seinen Burger kaufen möchte, findet in deutschen Innenstädten McDonald’s und Burger King und danach lange nichts. Wer Fan von Gold oder Silber ist, tritt den Weg zu seiner Bank an und bestellt Barren oder Münzen, besonders einfach ist der Kauf nicht.

Mitte der 2010er-Jahre hat sich für Freunde des edlen Burgers ebenso viel geändert wie für die Edelmetallfreunde. Burger King und McDonald’s verlieren Marktanteile und Ketten wie Hans im Glück erobern eine Stadt nach der anderen.

Hans im Glück tauscht im gleichnamigen Märchen einen Klumpen Gold gegen ein Pferd ein und steht am Ende mittellos da. Soweit muss es jetzt nicht mehr kommen, denn wie etwa in Bremen liegen die Filialen von Edelburger und Edelmetall nah beieinander.

Absatz mit Münzen floriert

Der Goldhändler Ophirum startete seine erste Filiale einst in Lindau, Hans im Glück trat von München aus seinen Expansionszug an. Beide Anbieter setzen die Etablierten unter Druck und bieten neuen Service. Was bei der Burger-Kette der individuelle Belag ist, deckt bei den Edelmetallanbietern die vor Ort verfügbare Auswahl an Barren, Münzen und verschiedenen Paketen ab. Gold kaufen gehört für manche mittlerweile ebenso dazu, wie einmal im Monat fein Essen gehen.

Dabei sind beide Branchen eigentlich von einem schlechten Umfeld gebeutelt, doch die Anhänger stört dies überhaupt nicht. Eigentlich sollte man meinen, dass die Diskussion um Massentierhaltung, Fleischkonsum und Krebsgefahren den Burgerabsatz eher bremst, doch weit gefehlt. Die Marktanteile wechseln von Großketten wie McDonald’s eben zu den kleinen flexiblen Häusern. Im Edelmetallbereich gibt es seit Monaten, seit Jahren sogar, Gegenwind von der Kursentwicklung, Gold und Silber sind ebenso wie Palladium vom Aufwärtstrend deutlich abgekommen, Platin litt zuletzt unter der VW-Krise um Dieselmotoren.

Doch der Absatz speziell mit Münzen floriert wie die gängigen Anbieter bestätigen. Sowohl Ophirum als auch Hans im Glück planen übrigens weitere Expansionen. In diesem Jahr öffnete ein Goldgeschäft in Würzburg, Hans im Glück findet man auch in Regensburg, Landshut und Potsdam. Edel geht also auch in der „Provinz“, wobei beide Konzepte die Kaufkraft ihrer Kundschaft immer im Blick haben.

Eine Kritik an der Namensgebung muss sich der Burgerbrater aber gefallen lassen. Hans steht im Märchen am Ende mittellos ohne Geld da, doch günstig oder gar umsonst sind die Burger nun wirklich nicht. Sieben Euro sind mindestens fällig, den Ein-Gramm-Edelgoldbarren um die Ecke gibt`s für 37 Euro. Draufbeißen kann man auch – er hält das aus.