Geldanlagen So legt man 100.000 Euro sinnvoll an

Euro-Banknoten
Euro-Banknoten

Vor gerade einmal zehn Jahren war es ein Leichtes für Anleger, sich aus einer Summe von 100 000 Euro ein hübsches Zusatzeinkommen zu basteln: Für 30-jährige Bundesanleihen gab es in den Nullerjahren noch fünf Prozent sichere Rendite. Das hieß: Wer 100 000 Euro anzulegen hatte – etwa aus einer Erbschaft, Schenkung oder einer Lebensversicherung –, konnte sie in Staatsanleihen eines der sichersten Schuldner der Welt stecken, der Bundesrepublik Deutschland, und erhielt jährlich rund 5 000 Euro Zinsen, ohne die Anlage überhaupt anrühren zu müssen.

Das ist heute vorbei, die Rendite derart lang laufender Papiere ist auf gut ein Prozent geschrumpft, der Zins auf sofort verfügbare Anlagen liegt bei wenig über null. Dennoch haben Anleger weiter gute Möglichkeiten, 100 000 Euro rentabel und entsprechend ihrer Risikoneigung anzulegen – entweder um Vermögen aufzubauen oder um sich eine monatliche Auszahlung für den Wochenend­trip oder die Shoppingtour zu gönnen. Letzteres beginnt bei einer Summe von 100 000 Euro, Spaß zu machen. Capital beleuchtet drei typische Wege mit Vor- und Nachteilen.

Prinzip Sofortrente

Das Prinzip der Sofortrente ist relativ simpel: Ein Anleger investiert 100 000 Euro auf einen Schlag in eine Rentenversicherung und erhält im Gegenzug die Zusage einer lebenslangen monatlichen Garantierente. Unterstellt man ein typisches Erbenalter von 55 Jahren, eine konstante Rente, die auch nicht mit der Inflation steigt und auch im Falle eines frühen Ablebens des Versicherungsnehmers mindestens die ersten zehn Jahre ab Abschluss zahlt, so können Anleger daraus je nach Anbieter aktuell monatliche Garantiezahlungen von 240 bis 270 Euro generieren. Portale wie www.biallo.de bieten dazu Vergleichsrechner.

Ein einfacher Überschlag illustriert allerdings die Schwierigkeiten, in denen auch die Versicherer aufgrund der Niedrigzinsen mit diesem Modell stecken: Ein 55-jähriger Mann hat statistisch noch rund 26 Jahre zu ­leben. Unterstellt man eine Garantie­rente von 270 Euro, summieren sich die Aus­zahlungen innerhalb seiner statistischen Lebenserwartung auf rund 84 000 Euro. Das heißt: Ein Sparer könnte auch die 100 000 Euro zinslos anlegen, 270 Euro je Monat entnehmen – und hätte zum Zeitpunkt seines (statistisch erwarteten) Ablebens noch rund 16 000 Euro über.

Niedrigzinsen haben Sofortrenten unattraktiv gemacht – aber Aktien interessanter

Die Garantie, auch dann zu zahlen, wenn der Versicherungsnehmer viele Jahre älter wird, lassen sich Versicherungen gut bezahlen. Entsprechend lohnt diese Lösung auch nur für Menschen, die damit rechnen, sehr alt zu werden, und genau dafür vorsorgen wollen. Theoretisch ist eine Sofortrente auch für jüngere Anleger möglich: Eine heute 30-jährige Frau, die ebenfalls 100 000 auf einen Schlag investiert, kann lebenslang rund 160 Euro monatlich Rente generieren. Doch diese konstante Leistung verliert langfristig an Kaufkraft – für sehr lange Zeiträume empfehlen sich andere Lösungen.