GeldanlageDie Top-Schwellenländer-Rentenfonds

In den vergangenen Jahren hagelte es für die Schwellenländer schlechte Nachrichten. Volkswirte sorgten sich über eine mögliche Wachstumsschwäche in China und prophezeiten, dass in diesem Fall andere Emerging Markets in Mitleidenschaft gezogen würden. Der Einbruch der Rohstoffpreise machte vielen Schwellenländern zu schaffen. Dann gewann auch noch Donald Trump die US-Präsidentschaftswahl – seine Rumpel-Rhetorik und die Ankündigung einer protektionistischen Wirtschaftspolitik ließen Währungen vieler Schwellenländer gegenüber dem US-Dollar abstürzen.

Mittlerweile hat sich die Lage deutlich verbessert. Chinas Wirtschaft wächst zwar langsamer als zuvor, zeigt sich aber insgesamt stabil. Eine harte Landung bleibt offenbar aus. Die Rohstoffpreise sind wieder gestiegen, das kommt den Rohstoffexporteuren unter den Emerging Markets zugute. Und auch die Schwellenländer-Devisen haben sich – mit einigen Ausnahmen wie dem mexikanischen Peso –erholt. Anleger und Analysten blicken optimistisch auf die aufstrebenden Volkswirtschaften.

Fonds trotzen schlechten Nachrichten

Die Wertentwicklung von Schwellenländer-Rentenfonds zeigt: Zumindest bei Bond-Investoren waren die Sorgen der vergangenen Jahre übertrieben. Fonds, die weltweit in Schwellenländer-Staatsanleihen investieren, haben sich trotz aller potenziellen Krisenherde gut entwickelt. In den vergangenen drei Jahren legten sie im Schnitt um zwölf Prozent pro Jahr an Wert zu, zeigen Zahlen der Fondsratingagentur Morningstar. Seit Beginn dieses Jahres verzeichnen sie im Schnitt ein Plus von 2,3 Prozent.

Unter den Emerging-Markets-Rentenfonds, die für deutsche Privatanleger erhältlich sind, hat sich ein Fonds des französischen Anbieters Edmond de Rothschild Asset Management auf Dreijahressicht mit Abstand am besten geschlagen. Seine Manager setzen überdurchschnittlich stark auf Asien und Lateinamerika. Unter den größten Positionen im Portfolio sind Anleihen aus Venezuela. Das Land wird derzeit von einer politischen und ökonomischen Krise erschüttert. Wegen des hohen Risikos sind venezolanische Staatsanleihen hoch verzinst.

Auffällig ist, dass Fondsmanager derzeit viel Liquidität halten. Die Cash-Quote liegt bei Schwellenländer-Anleihefonds im Schnitt bei rund 17 Prozent. Entweder warten die Anlageprofis darauf, dass sich besonders spannende Investmentchancen eröffnen, etwa durch Zinssenkungen, für die es in vielen Emerging Markets durchaus noch Spielraum gibt. Oder sie fürchten, dass die überwunden geglaubten Probleme der vergangenen Jahre doch noch zurückkehren.