LuftfahrtHöhenflug der Airline-Aktien

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132 Prozent Kursplus bei der Lufthansa

Denn gerade durch das Air-Berlin-Aus hat auch die Lufthansa nicht nur neue Maschinen hinzugewonnen, die sie aus dem Insolvenzbestand übernahm, sondern auch mehr Slots. Damit baut sie nun ihre Präsenz hierzulande aus, was ihr neue Passagiere beschert. 19 Prozent mehr Fluggäste auf Jahressicht, das muss man bei ihrer Unternehmensgröße erst einmal schaffen. Nun will sie das Flugangebot deutschlandweit aufstocken und mit ihrer Tochter Eurowings zum Beispiel von Düsseldorf aus in die USA und die Karibik fliegen. Beim Alitalia-Kauf hat sie sich ebenfalls ins Spiel gebracht, auch wenn hier die Verträge noch nicht gemacht sind.

Doch die cleveren Verhandlungen der Airline haben die Lufthansa bereits im vergangenen Börsenjahr zum Überflieger bei den Dax-Werten gemacht: Steile 132 Prozent Kursplus legte sie hin. Das klingt nicht nur enorm, das ist es auch. Es war ein enormer Ausschlag auf 31 Euro, nachdem die Aktie zuvor zehn Jahre lang zwischen 10 und 20 Euro auf und ab dümpelte.

Lufthansa Aktie

Lufthansa Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Ganz nebenbei hat die Lufthansa mit ihrem Erfolg von 2017 auch den Titel als Europas größte Fluggesellschaft wieder vom Konkurrenten Ryanair zurückerobert. Analysten sagen, sie habe weiterhin gute Aussichten, einer der Zugvögel im Markt zu bleiben. Sie hat eine moderne und schlagkräftige Flotte – durch die Übernahme neuer Maschinen jetzt erst recht – und zudem hat sie durch ihre Preispolitik auch eine hohe Gewinnmarge von 14,3 Prozent. Nun ist die Frage, ob der Kurs nicht schon zu hoch geflogen ist. Manche Analysten warnen, dass dem so sei. Andererseits: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie liegt bei 6,5, da ist also durchaus noch Luft nach oben. Daher empfiehlt zurzeit der Großteil der Experten: kaufen. Oder zumindest halten.

Auch Fraport profitiert

Auch die Flughafenbetreiber profitieren derzeit stark vom Luftfahrtboom. Deshalb wäre die Aktie des Frankfurter Flughafens (Fraport) ebenfalls einen Blick wert. Das Unternehmen ist schließlich einer der größten Flughafen-Konzerne weltweit und von den Passagierzahlen her ist noch kein Ende des Wachstums abzusehen. Auch die Fraport-Aktie legte im Jahr 2017 satt zu, um knapp 80 Prozent. Inzwischen ist sie auf ein Kurshoch bei rund 95 Euro geflogen. Damit ist sie schon recht üppig bewertet. Höhenangst sollte man also nicht gerade haben, denn auch das KGV liegt zurzeit schon bei 23. Manche Analysten trauen ihr aber noch mehr zu. Schweizer Analysten stuften das Kursziel jüngst erst auf 105 Euro hinauf. Mal sehen, wann die Aktie die Reise dorthin antritt. Zuletzt sank der Kurs erst einmal eine Weile ab.

Und eine dritte Anlagealternative bleibt Anleger noch, wenn sie mit der Branche abheben wollen: Sie können auf einen der Flugzeugbauer setzen, bei Airbus oder Boeing zum Beispiel. Um bei denen einzusteigen ist es allerdings schon recht spät. Oder sagen wir es mal so: Man hätte es am besten vor zehn Jahren tun sollen. Seitdem legte Boeing gigantische 326 Prozent Kurssteigerung hin, Airbus sogar 470 Prozent, also 47 Prozent pro Jahr. Inzwischen liegt das KGV von Boeing schon bei 24 (was eigentlich schon zu abgehoben ist). Das KGV von Airbus ist auf hohe 15 geflogen. Dennoch sagen Analysten, bei Airbus sei noch mehr drin. Der Konzern stieg jüngst bei Bombardier ein, was von Marktbeobachtern als Superdeal bezeichnet wird. Dadurch werde Airbus vermutlich ein Outperformer bleiben. Man sollte sich aber gut überlegen, ob man noch mit ihnen auf die Reise gehen möchte. Oder zumindest die Kotztüte bereit halten, falls doch Turbulenzen kommen.