Rente5 häufige Fehler bei der Altersvorsorge

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Symbolbild: GeldanlageGetty Images

Viele Deutschen träumen von einem Lebensabend ohne Sorgen. Endlich Zeit für die schönen Dinge im Leben: Urlaub am Strand, Sprachreisen nach China, Städtetrips und edle Restaurantbesuche. Wer seine Rente in vollen Zügen auskosten möchte, muss früh mit der Planung beginnen. Doch mehr als die Hälfte der Deutschen sorgt nicht privat fürs Alter vor, zeigt eine aktuelle Studie des Berliner Fintech-Unternehmens Weltsparen. Und selbst wer vorsorgt, macht nicht automatisch alles richtig. Ein Überblick über die häufigsten Fallstricke bei der Altersvorsorge.

#1 Die Altersvorsorge nach hinten verschieben

Zu jung, zu wenig Geld: Viele Deutsche schieben die eigene Altersvorsorge Jahr für Jahr vor sich her. Das rächt sich im Alter: Denn je später Vorsorge-Sparer Geld zurücklegen, desto weniger profitieren sie vom sogenannten Zinseszinseffekt. Er beschreibt, wie sich Kapital im Laufe der Jahre enorm vermehrt, wenn Anleger die Erträge reinvestieren. Der Effekt fällt umso stärker aus, je höher der Zinssatz und je länger der Zeitraum ist. Somit erhöht sich auch die Zusatz-Rente, die der Vorsorge-Sparer im Alter erwarten kann.

#2 Renditeschwache Vorsorge-Produkte wählen

Viele Deutsche sind machen einen großen Bogen um den Kapitalmarkt, weil sie das Risiko scheuen. Wer sein Geld sinnvoll für die Rente anlegen möchte, kommt jedoch um Aktien nicht herum. Für Vorsorge-Sparer ist das Risiko überschaubar – zumindest, wenn sie langfristig investieren. Der Blick zurück zeigt: Das Investment in große Aktienindizes hat sich für Anleger immer gelohnt, wenn sie die Aktien über mehrere Jahrzehnte gehalten haben. Der deutsche Leitindex Dax zum Beispiel konnte seinen Wert seit der Einführung des Index vor 30 Jahren um 1200 Prozent steigern – trotz einiger Finanzkrisen und Crashs.

#3 Die Vorsorge-Lücke unterschätzen

Die gesetzliche Rente wird nicht reichen, um im Alter den aktuellen Lebensstandard zu halten. So viel ist den meisten Deutschen klar. Viele Bundesbürger haben aber keine Vorstellung davon, wie groß ihre Vorsorge-Lücke wirklich ist. Entsprechend wissen sie auch nicht, wie viel Geld sie schon jetzt für einen sorgenfreien Lebensabend zurücklegen müssen. Als Faustregel zur Berechnung der Vorsorge-Lücke gilt: Finanzbedarf im Alter minus Einnahmen aus gesetzlicher und privater Altersvorsorge. Im Internet finden sich zahlreiche Tools, mit denen Sparer mit wenigen Klicks die Höhe ihrer persönlichen Vorsorge-Lücke ermitteln können, unter anderem vom Deutschen Institut für Altersvorsorge. Auch die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem bundesweiten „Renten-Cockpit“, mit dem Bundesbürger ihre Ansprüche jederzeit im Blick haben sollen. Es soll im kommenden Jahr starten.

#4 Geld vom Staat liegen lassen

Vorsorge-Sparer müssen ihre Altersvorsorge nicht alleine schultern. Der Staat fördert Bürger, die privat für die Rente vorsorgen, mit verschiedenen Maßnahmen. Die wohl bekannteste Förderung ist die Riester-Rente. Sie besteht aus drei Teilen: der Grundzulage, der Kindergeldzulage und der Steuerersparnis. Die Beiträge lassen sich von der Steuer absetzen, denn „Riestern“ fällt unter die sogenannten Sonderausgaben. Wichtig: Um die volle Förderung zu erhalten, müssen Riester-Sparer mindestens vier Prozent ihres Bruttojahreseinkommens einzahlen. Zudem müssen sie in der Regel gesetzlich versichert sein. Selbstständige, die nicht freiwillig in die gesetzliche Rente einzahlen möchten, fördert der Staat mit der Rürup-Rente. Auch hier lassen sich die Beiträge steuerlich absetzen.

#5 Zu wenig Ausdauer

Egal für welche Form der Vorsorge man sich entscheidet: Wichtig ist vor allem Durchhaltevermögen. Wer zu oft seine Strategie ändert, muss mit finanziellen Einbußen rechnen. Denn bei einem Wechsel entstehen immer auch Kosten – seien es Abschlussgebühren beim Versicherungsvertrag oder Trading-Kosten beim Aktienhandel. Gerade am Kapitalmarkt sollten Sparer langfristig planen und nicht auf jede Marktschwankung reagieren. Nicht umsonst lautet eine alte Börsenweisheit: „Hin und her macht Taschen leer“. Anleger sollten sich professionell beraten lassen und gemeinsam mit einem unabhängigen Finanzprofi eine Strategie entwickeln, die zu ihnen und ihrer Lebenssituation passt. Dann steht einem sorgenfreien Lebensabend nichts mehr im Weg.