FondsEnergiefonds fehlt der Treibstoff

Die Energiebranche hat harte Zeiten hinter sich. Der extrem niedrige Ölpreis – vor sieben Jahren war er etwa drei Mal so hoch wie momentan – drückt seit Monaten vor allem auf das Geschäft von Energieproduzenten und deren Zulieferern. Zuletzt ging es zwar wieder leicht bergauf: Äußerungen von Abdullah Salem El-Badri, Generalsekretär der Organisation erdölexportierender Länder (Opec), sorgten bei Investoren für Optimismus: Er erwarte für dieses Jahr, dass sich die Ölnachfrage belebt, erklärte El-Badri. Daraufhin kletterte der Ölpreis für ein Barrel Brent wieder über die 50-Dollar-Marke. Ob der Preisanstieg anhält, ist jedoch ungewiss.

Eines ist dagegen sicher: Der Ölpreisverfall hat Energie-Fonds, die in Aktien der Energiebranche investieren, hart abgestraft. Selbst unter den besten zehn Produkten der vergangenen drei Jahre findet sich kein einziger Fonds, der im vergangenen Jahr ein Plus erzielen konnte. In den Energiesektor zu investieren, ist riskant – das zeigen die Performance-Ergebnisse der Produkte einmal mehr.

Nur wenige Fonds schaffen ein Plus

So musste der JB EF Energy Transition von GAM im zurückliegenden Jahr ein Minus von 13,77 Prozent hinnehmen, im laufenden Jahr liegt der Fonds um 4,47 Prozent im Minusbereich. Dennoch hat der von Roberto Cominotto verwaltete Fonds über drei Jahre hinweg in seiner Kategorie am besten abgeschnitten. Annualisiert erzielte er eine Wertsteigerung von 4,22 Prozent.

Cominotto investiert innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette des Energiesektors, auch in Anbieter klimaschonender Alternativen. Zuletzt setzte der Fondsmanager verstärkt auf Technologie- und Industriewerte – und scheint damit etwas richtig gemacht zu haben.

Hinter dem GAM-Energiefonds kommt lange nichts. Lediglich zwei Energie-Aktienfonds schaffen im Drei-Jahres-Zeitraum ebenfalls ein Plus, wenn auch ein knappes: Der Threadneedle Global Energy legte um 0,88 Prozent zu, ein Produkt der Investmentgesellschaft MFS immerhin um 0,58 Prozent.

US-amerikanische und britische Firmen bevorzugt

Jonathan Mogil, Manager des Threadneedle-Fonds, legt das Kapital bevorzugt in US-amerikanische und britische Unternehmen an. Kanadische und europäische Unternehmen machen nur einen geringen Anteil am Portfolio aus. Mogil setzt auf große Player der Energiebranche und hält unter anderem Aktien von Exxon Mobil, Royal Dutch Shell und BP im Fonds.

Ähnlich sind Ryan McAllister und James Neale aufgestellt, die den MFS Meridian Global Energy verwalten: Auch sie investieren hauptsächlich in den USA und Großbritannien. Das meiste Fondskapital entfällt auf integrierte Mineralölkonzerne.