FondsDividendensaison 2021: Besser als 2020 – aber nur ein bisschen

Fonds sind auch für Einsteiger bei der Geldanlage eine solide Lösung – aber welcher ist der richtige?
Welcher Fonds ist der richtige?imago images / Panthermedia

Das vergangene Jahr war für Dividenden-Fans kein erfreuliches. Viele Unternehmen kürzten wegen der Corona-Krise ihre Ausschüttungen oder ließen sie komplett ausfallen. Hinzu kommt, dass Dividendenaktien vorrangig in defensiveren Bereichen des Marktes verortet sind – und genau die haben sich im Jahr 2020 nur schwach entwickelt. Vergangenes lässt sich nicht ändern, umso mehr hoffen Aktionäre jetzt auf die Dividendensaison 2021. Die Konjunkturaussichten haben sich deutlich aufgehellt, und damit dürfte auch die Dividende üppiger ausfallen als im vergangenen Jahr – so die Hoffnung vieler Anleger.

Erholung in Sicht

Allerdings müssen Anleger auch im Jahr 2021 erstmal mit einem Dividendenrückgang rechnen. Das ist das Ergebnis einer Analyse der DZ Bank. Zumindest wird dieser sich im Vergleich zum Vorjahr wohl nur im einstelligen Prozentbereich bewegen. Nachdem die Dividenden im Jahr 2020 um 16 Prozent zurückgingen, gehen die Experten gehen davon aus, dass deutsche Unternehmen im Jahr 2021 mit 40 Mrd. Euro nur rund drei Prozent weniger als im Vorjahr an ihre Aktionäre auszahlen werden. Damit liegen die Ausschüttungen noch 20 Prozent unter dem Rekordniveau von 2018. Ein Lichtblick für Anleger: Mit den Bilanzen vom Jahr 2022, also in zwei Jahren, dürfte das Rekordniveau wieder erreicht werden, prognostizieren die DZ-Experten.

Die Investmentexperten vom Vermögensverwalter Columbia Threadneedle rechnen schon in diesem Jahr mit einer Erholung, vor allem für den Rohstoffsektor: „Aufgrund der hohen Rohstoffpreise dürfte der Rohstoffsektor ein starkes Dividendenwachstum von mehr als 15 Prozent verzeichnen“, heißt es in einer aktuellen Analyse. Banken und Versicherer würden im späteren Jahresverlauf wahrscheinlich wieder Dividenden ausschütten. Dividendenfans sollten von der diesjährigen Dividendensaison also nicht zu viel erwarten und müssen sich noch ein wenig gedulden – dürfen aber gleichzeitig optimistisch in die Zukunft blicken.

Dividendenfonds: Welche Strategien 2020 aufgingen

Um von den Ausschüttungen möglichst vieler Unternehmen zu profitieren, setzen einige Anleger auf sogenannte Dividendenfonds. Das sind Investmentfonds, die ihren Fokus auf Aktien mit besonders hohen Ausschüttungen legen. Einige konservative Dividendenfonds wie der DWS Top Dividende und der BL Equities Dividend* haben ihren Verlust vom März 2020 allerdings noch nicht wieder aufgeholt. Vor allem der DWS Top Dividende, eines der Flaggschiffe des Vermögensverwalters, hinkt deutlich hinterher.

DWS Top Dividende LD Fonds

DWS Top Dividende LD Fonds Chart
Kursanbieter: L&S RT

„Der Large-Cap-lastige Fonds hält kaum Wachstumstitel im Portfolio“, erklärt Scope-Analystin Barbara Claus die schwache kurz- und mittelfristige Performance des Fonds. Dabei waren Growth-Aktien die Gewinner der Krise. „Zudem hielt seine Performance, insbesondere im Vergleich mit einem globalen Aktienindex, das für Dividendenstrategien typische Untergewicht in Technologie und Übergewicht in Versorgern und defensivem Konsum zurück.“ Insbesondere Unternehmen im Energiesektor, wie die Ölfirmen Royal Dutch, Shell, und Total sowie Ausrüster wie Schlumberger seien im Zuge der Corona-Krise besonders getroffen worden. Daneben haben sich Finanztitel wie Wells Fargo oder die Allianz im Portfolio schwach entwickelt. „Zwar hielt der Fonds auch einen signifikanten Anteil in Healthcare Aktien, ein Sektor der 2020 insgesamt gut abschnitt“, sagt Claus. Doch genau die Titel, auf die der DWS Top Dividende setzt, nämlich Unternehmen aus dem Bereich Big Pharma wie Merck oder Novartis, haben sich im vergangenen Jahr schwach entwickelt.

Andere Dividendenfonds wie der M&G Global Dividend und der DJE Dividende und Substanz stehen deutlich besser da. „Die beiden Fonds überzeugen durch ihre flexiblen Ansätze“, sagt Claus. Eine Besonderheit des Fonds sei der hohe Anteil an Nebenwerten, die aktuell circa ein Drittel des Portfolios ausmachen. Der M&G Global Dividend überzeuge insbesondere durch seine kurzfristige Performance über ein Jahr. „Dem DJE Dividende kamen insbesondere sein flexibler Ansatz und die Möglichkeit, neben Aktien auch in Kasse und Anleihen zu investieren, zugute, was sich im Markteinbruch im Frühjahr 2020 positiv in den Performance- und Risikokennzahlen bemerkbar machte“, analysiert Claus. Zwar würden Dividenden eine tragende Rolle im Anlageprozess spielen, die Umsetzung im Fonds erfolge jedoch pragmatisch.

* Anmerkung: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels hatte der BL Equities Dividend seinen Verlust aus dem Corona-Crash aufgeholt.

 


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