VorsorgeDiese Versicherungen sind unerlässlich

Symbolbild Versicherungsvertrag
Symbolbild VersicherungsvertragGetty Images

In Deutschland gibt es laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft 528 Versicherungsunternehmen – und noch viel mehr Verträge, die sie anbieten. Dabei den Überblick zu behalten, ist schwer. Auf welche Versicherungen Deutsche nicht verzichten dürfen, regelt der Gesetzgeber. Dazu gehören zum Beispiel die Krankenversicherung und die Kfz-Versicherung. Doch nur weil eine Versicherung freiwillig ist, ist sie noch lange nicht unwichtig. „Grundsätzlich gilt: Alle Versicherungen, die existenzielle Risiken absichern, also einen in den finanziellen Ruin treiben können, sind wichtig“, sagt Kim Paulsen vom Bund der Versicherten (BDV). Einige Versicherungen dürfen aus Sicht des Experten auf keinen Fall fehlen.

Private Haftpflichtversicherung

Wer einen Schaden verursacht, muss für diesen auch geradestehen. Hilft man dem Nachbarn beim Umzug und zerdeppert dabei eine teure Vase, kann man den Schaden oft noch aus eigener Tasche begleichen. Kommt aber ein Mensch zu Schaden, werden schnell Millionenbeträge fällig. Die Haftpflichtversicherung sichert dieses finanzielle Risiko ab. Beim Abschluss sollten Versicherungsnehmer darauf achten, dass die Deckungssumme hoch genug ist – der BDV empfiehlt mindestens 15 Mio. Euro.

Wichtig ist auch die Höhe des Selbstbehalts: Das ist der Eigenanteil, den der Versicherungsnehmer im Schadensfall aus eigener Tasche zahlen muss. Die Summe sollte maximal so hoch sein, dass der Versicherungsnehmer sie problemlos begleichen kann. Außerdem rät BDV-Experte Paulsen zu Versicherungen mit einer sogenannten Ausfalldeckung. Diese springt ein, wenn man selbst der Geschädigte ist und der Verursacher keine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat oder nicht genug Geld besitzt, um den Schaden aus eigener Tasche zu begleichen. Wer in einem Mietshaus mit Schließanlage lebt oder einen Schlüssel fürs Büro hat, sollte zusätzlich darauf achten, dass auch der Schlüsselverlust abgesichert ist.

Infografik: Die Versicherungen der Deutschen | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Berufsunfähigkeitsversicherung

Unfall, Hexenschuss, Burn-out: Es gibt viele Fälle, die ein Weiterarbeiten im Job unmöglich machen. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, bekommt in diesem Fall einen Ausgleich gezahlt. Für BDV-Experte Paulsen ist die Police Pflicht: „Jeder, der für den Lebensunterhalt auf den eigenen Lohn angewiesen ist, sollte auf diesen Schutz nicht verzichten.“ Dabei gilt: Je früher man eine „BU“ abschließt, desto günstiger ist sie. Wer später mehr verdient, kann die Beiträge erhöhen und damit auch die Leistung im Schadensfall – vorausgesetzt eine sogenannte Nachversicherung ist laut Vertrag möglich. Damit die Versicherung im Ernstfall zahlt, sollte außerdem auf keinen Fall eine sogenannte Abstrakte Verweisung im Vertrag auftauchen. Diese kryptische Klausel besagt, dass die Versicherung nicht zahlen muss, solange es irgendwo noch eine Stelle für den Versicherten geben könnte – egal, ob tatsächlich ein Jobangebot existiert.

Hausratversicherung

Unverzichtbar ist auch der Abschluss einer Hausratsversicherung. Sie sichert zum Beispiel Möbel und Elektrogeräte in der Wohnung gegen Brand oder Diebstahl ab. „Versicherungsnehmer sollten darauf achten, dass auch grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist“, rät Versicherungsexperte Paulsen. Damit die Versicherung auch den kompletten Schaden bezahlt, darf die Versicherungssumme nicht zu klein sein. Ein Beispiel: Die Einrichtung ist 100.000 Euro wert, der Vertrag sichert aber nur in einer Höhe von 50.000 Euro ab. Da quasi nur die Hälfte der Einrichtung versichert ist, zahlt der Versicherer im Schadensfall auch nur die Hälfte. Wer das vermeiden möchte, sollte darauf achten, dass im Vertrag die Klausel „Unterversicherungsverzicht“ nicht fehlt: Sie regelt, dass der Versicherungsnehmer auch dann den gesamten Schaden erstattet bekommt, wenn die Deckungssumme niedriger ist. Alternativ können sich Versicherungsnehmer und Versicherung auch auf eine pauschale Versicherungssumme einigen. Hier orientiert sich die Deckungssumme an der Quadratmeterzahl.