Landwirtschaft Diese Agrar-Aktien versprechen nachhaltige Rendite

Feldarbeit auf einer Ranch im US-Bundesstaat Utah
Feldarbeit auf einer Ranch im US-Bundesstaat Utah
© IMAGO / VWPics
Agrar-Aktien boomen seit Monaten. Den Unternehmen kommt derzeit eine immer wichtigere Rolle zu. Wer am Aufwind der Branche partizipieren möchte, setzt auf Nachhaltigkeit und Innovationskraft

300 Prozent Rendite für den deutschen Düngemittelhersteller K+S, mehr als 110 Prozent für den kanadischen Konkurrenten Nutrien: Agrar-Aktien erleben seit mehreren Monaten einen stabilen Aufwärtstrend. Die Verknappung von Weizen, Mais und Sonnenblumenöl im Zuge des Ukrainekrieges befeuert ihre Kurse jetzt noch weiter.

Doch wer in Landwirtschaftsunternehmen investiert, sollte nicht einzig und allein maximale Rendite im Kopf haben. Angesichts der Tragweite, die ihre Geschäftsmodelle mit sich bringen – sei es Lebensmittelproduktion oder Rohstoffhandel – sollten Anleger stets auch ökologische und soziale Aspekte in ihren Investmententscheidungen berücksichtigen.

Laut der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung leben derzeit 7,9 Milliarden Menschen auf unserer Erde. Im Jahr 2060 knackt die Weltbevölkerung die Zehn-Milliarden-Marke. Zwar ist die Landwirtschaft schon heute theoretisch dazu in der Lage, all diese Menschen zu ernähren. Praktisch hungern dennoch Millionen, vornehmlich im globalen Süden. Um das zu ändern, müssten wir die bereits vorhandenen Ressourcen neu und fairer organisieren.

Bewusstseinswandel bei Investoren

Dieses Bewusstsein scheint langsam auch in der Finanzwelt anzukommen: „Immer weniger Fonds investieren in die alte ressourcenintensive Landwirtschaft“, sagt Walter Liebe, Leiter von Pictet Asset Management in Deutschland. Das tun die Investmenthäuser allerdings nicht nur für das gute Gewissen. Wertpapiere von Fleisch- und Düngemittelproduzenten sind besonders schwankungsanfällig, da sie von den globalen Rohstoffpreisen abhängig sind. „Im Gegensatz dazu bieten nachhaltige oder innovative Agrarunternehmen stabilere und langfristigere Wachstumsraten“, sagt Liebe.

Zwei Trends treiben den Wandel in der Landwirtschaft maßgeblich voran: Konsumverhalten und technologischer Fortschritt. „Ausgehend von den Industrienationen hinterfragen immer mehr Menschen ihre Ernährungsweise“, sagt der Experte. Durch die veränderte Nachfrage steigt der Marktanteil alternativer Angebote, zum Beispiel von Fleischersatzprodukten. So verkauft etwa der für seine Fleisch- und Wurstwaren bekannte Lebensmittelproduzent Rügenwalder Mühle heute mehrheitlich vegetarische Ersatzprodukte.

Was den technologischen Fortschritt anbelangt, so sind insbesondere Innovationen gefragt, die die begrenzte landwirtschaftliche Nutzfläche ertragreicher gestalten oder Lösungen für die sich häufenden Dürreperioden bieten. Dazu zählen neue Techniken in der Präzisionslandwirtschaft, eine effizientere Düngemittelanwendung und die sogenannte Mikrobewässerung. Mithilfe solcher Ansätze produzieren Landwirtschaftsbetriebe effizienter bei gleichzeitig sinkendem Ressourcenverbrauch. „Der globale Markt für innovative und nachhaltige Agrartechnik ist riesig“, sagt Liebe. 

John Deere ist nicht mehr günstig bewertet

Wer in die technologische Innovation im Agrarsektor investieren möchte, kommt am US-amerikanischen Unternehmen Deere & Co (John Deere) nicht vorbei. Der weltweit größte Hersteller von Agrartechnik mit Sitz in Moline stieg an der Börse auf Ein-Jahres-Sicht um rund 22 Prozent, notiert zurzeit bei etwa 390 Euro pro Schein. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19 ist das Unternehmen aber nicht mehr günstig bewertet. 

Einen anderen Investmentansatz wählen Anleger mit dem Chemiekonzern und Futtermittelspezialisten DSM. Das niederländische Unternehmen produziert Spezialnahrung für Tiere, die deren Treibhausgasemissionen drastisch verringern – vor allem wichtig im Bereich der Rindermast. Innerhalb eines Jahres stieg die Aktie um rund acht Prozent, notiert zurzeit bei etwa 159 Euro. Das KGV auf Basis des laufenden Geschäftsjahres beträgt 29. Damit ist das Unternehmen bereits relativ hoch bewertet.


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