SmartMoney AppDie Konten im Kopf

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Dazu noch ein weiteres Beispiel, das ein Kollege von Richard Thaler beschrieben hat: Daniel Kahneman, Psychologe und einer der entscheidenden Vordenker der Verhaltensökonomie. Kahneman hatte in den 80er-Jahren zwei Gruppen von Leuten folgende Fragen gestellt: Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Ticket für ein Theaterstück gekauft und 10 Dollar bezahlt. Beim Betreten des Theaters stellen Sie fest, dass Sie das Ticket verloren haben. Es gibt keine Sitznummer, der Platz ist weg. Würden Sie 10 Dollar für ein weiteres Ticket bezahlen?

Nur knapp 46 Prozent sagten Ja, mit Nein antworteten 54 Prozent.

Eine zweite Gruppe fragte er: Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Theater, der Eintritt kostet 10 Dollar. Beim Betreten des Theaters stellen Sie fest, dass ein 10-Dollar-Schein aus Ihrer Hosentasche verloren gegangen ist. Würden Sie dennoch ein Ticket für das Stück bezahlen?

Auf diese Frage antworteten ganze 88 Prozent mit Ja.

Denn unser Gehirn verbucht den Verlust unterschiedlich: Einmal haben wir das Gefühl, dass wir das Ticket zweimal kaufen müssen; einmal haben wir Geld verloren, was zwar ärgerlich ist, aber vorkommt.

Das Gleiche gilt fürs Sparen. Angenommen, jemand würde uns sagen: Lege jeden Monat 300 Euro zur Seite, einfach so. Das fiele uns schwer. Sagt aber jemand: Spare 100 Euro für den Urlaub. Und ein Zweiter: Gib mir 100 Euro für deine Altersvorsorge. Und ein Dritter: Lege einfach sicherheitshalber 100 Euro jeden Monat weg – dann fällt das Sparen schon viel leichter.