SmartMoney AppDie Konten im Kopf

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Volle Terrassen

Die interessante Frage: Wenn der Mensch so viele Konten im Kopf hat – wie bildet man das am besten in der realen Welt ab? Wie viele echte Konten braucht der Mensch, und wohin packt man welches Geld am besten?

Es gibt dazu ein einfaches Modell, das sogenannte Terrassenmodell. Dazu muss man sich einen grünen Berg vorstellen mit lauter Reis­terrassen, wie man sie von vielen Bildern aus Südostasien kennt. Die Terrasse ganz oben auf dem Berg ist die kleinste. Die Terrasse darunter etwas größer und so weiter.

Das Prinzip ist nun folgendes: Die kleine Terrasse ganz oben, Stufe eins, ist das Girokonto. Dorthin fließen jeden Monat das Gehalt und sonstige Einnahmen. Das Geld muss man sich nun als das Wasser denken, das diese Terrasse füllt. Es schwappt hinein – und das meiste davon gibt man wieder aus. Wenn aber eine Zeit lang etwas übrig bleibt, dann läuft die Terrasse voll. Also öffnet man die Schleuse für die zweite.

Dort sammelt sich nun wieder Wasser, beziehungsweise: Geld. Für Stufe zwei eignet sich am besten ein Tagesgeldkonto. Auch wenn die Zinsen dort heute alles andere als üppig sind, ist das Tagesgeldkonto als ­Puffer nach wie vor wichtig. Egal ob man es schafft, jeden Monat 50, 100 oder 500 Euro dorthin abzuzweigen, die Faustformel gilt weiterhin: Mindestens drei Monatsgehälter braucht man als Puffer. Für unvorhergesehene Ausgaben und Notfälle, sei es eine Zahnoperation, eine Autoreparatur oder falls es einmal eine Lücke zwischen zwei Jobs zu überbrücken gilt.

Darunter folgt auf unseren Terrassen Stufe drei: das Sparkonto, das man entweder auch als Tagesgeldkonto anlegen kann oder als klassisches Spar- oder Festgeldkonto. Es ist der Grundstock für das spätere Vermögen. Dazu kommt als Stufe vier prinzipiell noch das Vorsorgekonto für die Altersvorsorge – auch wenn das nicht unbedingt ein Konto sein muss, sondern genauso gut ein Depot oder eine Lebensversicherung sein kann.

Mehr Wasser ab 40

Natürlich klingt es so, als seien monatlich Unmengen Geld nötig, um alle diese Terrassen zu füllen. Tatsächlich aber reichen anfangs schon 50 Euro im Monat, für alle, die deutlich unter 30 Jahre alt sind. So sammeln sich immerhin schon 600 Euro im Jahr an. Mit dem ersten richtigen Job sollten es dann besser schon 100 Euro im Monat sein; ab 40 sollte man noch einen Schwall Wasser mehr in die Terrassen kippen, je nachdem, was das Gehalt hergibt. Insgesamt, so sagt die Faustregel, sollte man zusehen, dass zehn Prozent des Nettogehalts nicht ausgegeben werden, sondern in die Stufen zwei bis vier fließen.

Aber wozu überhaupt der Aufwand, diese unterschiedlichen Terrassen anzulegen? Ließe sich das nicht alles auf dem Girokonto erreichen? Die Idee der mentalen Buchführung zeigt leider: nein.