AltersvorsorgeDie Betriebsrente ist sicher – trotz Corona

Symbolbild Betriebsrenteimago images / photothek

Zahlreiche Unternehmen in Deutschland haben wegen der Corona-Krise Kurzarbeit angemeldet. Für Arbeitnehmer heißt das: weniger Lohn. Das wirkt sich auch auf die betriebliche Altersvorsorge (bAV) aus. Der Konzern Galeria-Karstadt-Kaufhof beispielsweise hat angekündigt, ab April vorerst keine Betriebsrenten mehr auszuzahlen. Das aktuelle Schirmschutzverfahren macht diese Sparmaßnahme möglich, es soll verhindern, dass die Kaufhauskette pleitegeht. Kaufhof-Personal im Ruhestand soll nun mehrere Monate auf seine Betriebsrente verzichten.

Pensionäre und von der Krise betroffene Arbeitnehmer müssen sich trotz solcher Nachrichten keine allzu großen Sorgen um ihre betriebliche Rente machen. Denn diese ist in Deutschland unverfallbar. Haben sich Arbeitnehmer und Chefs für die bAV zum Beispiel auf eine Lösung per Direktversicherung oder Pensionskasse geeinigt, haben Rentner diesen Einrichtungen gegenüber später einen direkten Leistungsanspruch. Bei einer Direktzusage verpflichtet sich der Arbeitgeber dazu, die Rente selbst auszuzahlen. Sollte er bei Rentenbeginn insolvent sein, springt der Pensions-Sicherungsverein (PSVaG) ein. Es gilt also: Die Betriebsrente ist sicher.

Aufgrund der Pandemie könnte die betriebliche Rente allerdings niedriger ausfallen als gedacht. Wer bei der bAV auf eine Variante mit Fonds oder ETFs setzt, muss möglicherweise Rendite-Einbußen durch Marktturbulenzen hinnehmen. Auch wenn Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen sind, kann die Betriebsrente schrumpfen. Das ist etwa dann der Fall, wenn der Arbeitgeberbeitrag zur bAV vom Bruttogehalt abhängt. Bei niedrigerem Lohn fließt auch weniger Geld in die Vorsorge, denn das Kurzarbeitergeld der Bundesagentur für Arbeit zählt nicht zum Bruttogehalt. Es ist eine Lohnersatzleistung. Weder der Arbeitgeber noch die Agentur selbst sind dazu verpflichtet, den bAV-Beitrag weiterhin zu zahlen.

Zahlungen für die Betriebsrente kürzen

Hat der Arbeitgeber hingegen einen fixen Beitrag zur bAV zugesichert, muss er diesen weiter in voller Höhe zahlen – auch wenn das Gehalt seines Mitarbeiters aufgrund von Kurzarbeit sinkt. Einzige Ausnahme: Zahlt der Chef gar kein Gehalt mehr, muss er auch nichts mehr zur bAV beisteuern. Ohne Entgelt keine Entgeltumwandlung.

Wer wegen der Corona-Krise vorübergehend kaum oder gar nicht mehr arbeitet, kann oder will die eigenen bAV-Beiträge vielleicht nicht mehr zahlen. Viele Versicherer bieten an, dass Arbeitnehmer die monatlichen Zahlungen kürzen oder ganz aussetzen können. Dann landet zwar weniger Geld im Rententopf, dafür kommt aber mehr Nettolohn auf dem Konto an. Alternativ können Angestellte auch das Unternehmen bitten, den Arbeitgeberbeitrag zu senken. Auch dann bleibt mehr Netto vom Brutto. Arbeitnehmer und -geber müssen dazu allerdings vorher die sogenannte Entgeltumwandlungsvereinbarung ändern. Angestellte, die einen oder beide Beiträge kürzen, können sich damit zusätzliches Kurzarbeitergeld sichern. Wie hoch dieses ausfällt, hängt nämlich vom Nettolohn ab. Für Kinderlose gibt es 60 Prozent des weggefallenen Einkommens obendrauf, Eltern bekommen 67 Prozent.

Arbeitnehmer, die sich die bAV-Beiträge zwar noch leisten können, aber nicht noch mehr Geld zahlen wollen, haben die Möglichkeit, die sogenannte Dynamik auszusetzen. So bleibt der Beitrag im Folgejahr gleich, statt planmäßig zu steigen, um die Inflation auszugleichen. Auch das kann helfen, eine angespannte Finanzsituation etwas zu entspannen – wenn die Krise im kommenden Jahr nicht ohnehin schon wieder ausgestanden ist.

 


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