AktienmarktDeutsche Bank und Daimler – 2018 schlagen sie Tesla und Apple

Blick in den Handelssaal der Frankfurter BörseDeutsche Börse

Im Jahr 2017 wussten Anleger gar nicht genau, wo sie am US-Aktienmarkt hinsehen sollten angesichts der Rekordflut und Jubelmeldungen von Apple, Tesla, Netflix und Amazon. Schon seit einigen Wochen wird der Wind an der amerikanischen Börse aber ein wenig rauer, es fehlt an weiteren Initialzündungen. „Selbst die jüngst beschlossene US-Steuerreform konnte kein neues Börsenfeuer entfachen“, meint Carlo Alberto De Casa, Chef-Analyst beim englischen Broker ActivTrades. US-Aktien sind teuer, daher haben Deutsche Bank und Daimler 2018 mehr zu bieten als Tesla und Apple. Wetten?

Auf den ersten Blick mag diese Prognose absurd wirken. So ist Apple doch die Cash-Maschine schlechthin und wird nun von Trump noch mit einer Steuerreform beschenkt. Einzig – für das Gewesene gibt der Kaufmann nichts. Das gilt auch bei Tesla und mit Blick nach vorne heißt es endlich liefern – und zwar zum einen Autos und zum zweiten Gewinne. Dies kann Daimler ziemlich gut und passenderweise seit der IAA 2017 fängt sich der Titel. Wir halten ihn mit einem Capped-Bonus (WKN TR1D5R) für kaufenswert ebenso wie die Deutsche Bank sogar gehebelt mit drei im Turbo-Schein (WKN HU7LGW). Warum? Weil die Inflation anzieht und die Zinsen womöglich doch schneller klettern könnten als gedacht beziehungsweise sich die passende Fantasie etablieren könnte. Steigende Zinsen nutzen den Banken tendenziell; der Deutschen Bank kommt außerdem ihre günstige Bewertung zugute. Sie ist fernab der US-Konkurrenz von Goldman Sachs oder JP Morgan. Zuletzt gehörte der Bankensektor daher wieder zu den häufiger gehandelten Titeln bei der Handelsplattform Gettex oder beim Broker DeGiro.

US-Titeln geht die Luft aus

Dazu hat der Dax gegen die US-Börsen sogar Nachholbedarf. Bemerkenswert unbeeindruckt zeigte er sich nämlich vom Durchbruch bei der US-Steuerreform. Eigentlich hätte das dem Index mit den vielen exportstarken Werten deutlichen Rückenwind geben müssen, zumal zahlreiche Dax-Unternehmen am US-Geschäft hängen, wie Daimler, BMW und Siemens. Offenbar bezweifeln Investoren, ob die Reform die Wirtschaft tatsächlich deutlich ankurbeln wird, zumal ein Großteil der Steuersenkungen überwiegend den wohlhabenden Amerikanern zugutekommen dürfte. Sollten sie mehr Geld in der Tasche haben, würde das den Konsum bei Weitem nicht so stark ankurbeln, als wenn untere und mittlere Einkommen entlastet worden wären, da deren Konsumanteil in der Regel weit über dem höherer Einkommen liegt.

Während der Dax an der Marke von 13.000 Punkten die Neujahrsruhe genoss, – immerhin ist er 2017 um rund 13 Prozent geklettert -, schichten viele Investoren ihre Depots für 2018 um. Dabei könnte sich der Fokus der Investoren auf die günstigen Aktien richten, ist doch der Dax selbst mit einem 2018er-KGV von 13,2 um rund 20 Prozent höher bewertet als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Spitzenreiter mit einem KGV von lediglich 6,7 ist Volkswagen, auf Rang drei und vier folgen Daimler und BMW mit jeweils 7,7. Investoren hatten befürchtet, dass Tesla die hiesigen Autohersteller bei Elektroautos abhängen könnte, während die deutlich steigenden Investitionen und Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf die Profitabilität der deutschen Autohersteller drücken. Allerdings hat Volkswagen die Mittelfristziele angehoben und damit zuletzt für Begeisterung bei Investoren gesorgt. Zudem will der Autobauer massiv in China in den Markt für Elektroautos investieren. Volkswagen-Aktien ergänzen Anleger um den Capped-Bonus mit WKN PP1JX8.