Märkte Das waren die Gewinner und Verlierer im Dax

Die Corona-Krise hat den Dax ordentlich durchgeschüttelt
Die Corona-Krise hat den Dax ordentlich durchgeschüttelt
© Getty Images
Das Krisenjahr 2020 hat den Deutschen Aktienindex kräftig durchgerüttelt. Einige Aktien trotzten der Pandemie mit satten Kursgewinnen.

Die Corona-Krise hat einen deutlichen Abdruck auf dem deutschen Börsenparkett hinterlassen. Unter den Top-Aktien des Jahres 2020 befinden sich viele Papiere von Konzernen, die direkt von der Pandemie profitiert haben. Umgekehrt finden sich unter den Verlierern überraschenderweise auch Unternehmen, die theoretisch zu den Krisengewinnern hätten gehören müssen.

Top 5

#1 Delivery Hero: +71,6 Prozent

In Zeiten geschlossener Restaurants lassen sich viele Menschen ihr Essen nach Hause liefern. Dementsprechend war das Jahr 2020 für den Dax-Neuzugang Delivery Hero bislang ein voller Erfolg . Nach dem Corona-Crash im März dauerte es nur sechs Wochen, bis der Essenslieferdienst sein Rekordhoch aus dem Februar wieder erreicht hatte. Viele Analysten finden die Aktie allerdings stark überbewertet. Im deutschen Leitindex ist das Unternehmen erst seit August 2020.

#2 Infineon: +50,9 Prozent

Die anhaltende Rally der Technologieaktien hat die Aktie von Deutschlands größtem Halbleiterhersteller auf ein 20-Jahres-Hoch gespült. Vor allem der in Europa wachsende Trend zu alternativen Antrieben mit Elektro- und Hybridmotoren wirkte sich im ablaufenden Jahr positiv auf das Geschäft auf. In diesem Bereich ist Infineons neue Technologie mit Chips aus Siliziumkarbid besonders gefragt.

#3 Merck: +30,5 Prozent

Pharmaunternehmen gehören zu den Pandemie-Gewinnern. Dank Corona können sie sich über wachsende Ausgaben für das Gesundheitssystem freuen. Merck spielt in der Branche eine wichtige Rolle, unter anderem als Lieferant von Elektronikmaterialien für Computerchips und Displays. Seit Übernahme des US-Halbleiterzulieferers Versum vor rund einem Jahr ist der Pharma- und Life-Science-Konzern zudem in der Spezialchemie stärker aufgestellt.

#4 Deutsche Bank: +24,3 Prozent

Eine Bank würde man unter den Gewinnern des Krisenjahres 2020 nicht unbedingt vermuten. Die schlimmste Rezession der Nachkriegszeit dürfte immerhin die Kreditausfälle deutlich in die Höhe treiben. Deutschlands größtes Geldhaus kam bisher aber überraschend gut durch die Krise. Anleger sehen den laufenden Konzernumbau offenbar auf einem guten Weg. In den kommenden zwei Jahren will Vorstandschef Christian Sewing den aktuellen Sparkurs noch verschärfen.

#5 RWE: +22,6 Prozent

In einem schwierigen Marktumfeld schlägt sich die defensive Versorger-Branche traditionell gut. So auch RWE. In Zukunft könnte es sich für Aktionäre auszahlen, dass der Energieversorger seinen Fokus stärker auf Ökostrom legen will – ein klares Wachstumsfeld.

Flop 5

#1 Bayer: -32,5 Prozent

Der Aktienkurs des Leverkusener Pharma- und Agrarriesen hat 2020 stark gelitten. Maßgeblich verantwortlich dürften dafür vor allem die milliardenschweren Glyphosat-Klagen in den USA sein. Im Jahr 2019 hatte Bayer den Saatgut- und Herbizid-Konkurrenten Monsanto übernommen. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, mögliche Krebsrisiken durch den Unkrautvernichter Glyphosat verschleiert zu haben.

#2 Fresenius: -25,1 Prozent

Der Umsatz des Medizintechnik-Herstellers und Krankenhausbetreibers litt unter der Pandemie – das schlug sich auch im Aktienkurs nieder. Der Grund: Wegen Corona verschobene Behandlungen belasteten das Klinikgeschäft und die Medikamentensparte. Insgesamt sei der Konzern aber bislang einigermaßen gut durch die Corona-Krise gekommen, urteilen Analysten.

#3 MTU Aero Engines: -19,5 Prozent

Zwar befindet sich die Aktie von MTU Aero Engines seit Mitte März in einem moderaten Aufwärtstrend. Trotzdem ist es nur logisch, dass der Triebwerkhersteller auf Jahresbasis einen der letzten Plätze im Dax belegt: Das Airline-Geschäft liegt nach wie vor am Boden, Restriktionen beim Reisen und die Sorge über die Zukunft des globalen Tourismus verhindern eine starke Erholung.

#4 Volkswagen: -15,8 Prozent

Beim Wolfsburger Autohersteller brachen in der Pandemie die Einnahmen ein, Lieferketten bekamen Löcher – und dann beschloss die Bundesregierung nicht einmal die von traditionellen Autobauern erhoffte Kaufförderung für Benziner und Diesel. Kein Wunder, dass die Volkswagen-Aktie im laufenden Jahr zu den Schwächsten im Dax gehört.

#5 SAP: -14,3 Prozent

Der Walldorfer Softwarekonzern hat im laufenden Jahr eine erstaunliche Entwicklung vom Krisenprofiteur zum Verlierer durchlebt. Im Sommer erreichte der Aktienkurs noch ein neues Allzeithoch von mehr als 140 Euro. Im Oktober veröffentlichte das Dax-Schwergewicht dann enttäuschende Geschäftszahlen, die die Aktie an nur einem Tag mehr als 20 Prozent ihres Wertes kosteten.

Icon1

Kennen Sie schon unseren Newsletter „Die Woche“ ? Jeden Freitag in ihrem Postfach – wenn Sie wollen. Hier können Sie sich anmelden


Mehr zum Thema



Neueste Artikel