Capital-TestDas sind die besten Vermögensverwalter

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So hat Capital getestet

Der erste große Test für Vermögensverwalter auf der Basis von mehr als 13.000 realen Depots

DIE DEPOTDATEN

Erstmals hat Capital mit dem Münchner Institut für Vermögensaufbau (IVA) die Leistungen unabhängiger Vermögensverwalter auf der Basis realer Depotdaten überprüft: Dazu riefen Capital sowie die Depotbanken V-Bank und DAB BNP Paribas mehr als 300 Vermögensverwalter zur Teilnahme auf, knapp 50 stimmten einer Auswertung zu. Am Ende konnte das IVA für Capital insgesamt 13.430 Depots von 47 Vermögensverwaltern vollständig analysieren. Insgesamt erhob das IVA die Depotdaten an vier Quartalsstichtagen 2018 und sah sich die durchschnittliche prozentuale Depotaufteilung an. Mindestens zehn Depots waren nötig, um in einer Risikoklasse bewertet zu werden.

DREI DEPOTKLASSEN

Depots mit einem Risikoanteil bis 35 Prozent zählten als „konservativ“, ein Risikoanteil von 35 bis 65 Prozent galt als „ausgewogen“, ab 65 Prozent Risikoanteil gehörten die Depots zu den „chancenorientierten“. Die Daten für die Wertpapierbeurteilung stammen überwiegend von Thomson Reuters und wurden manuell ergänzt durch Zusatzrecherchen.

VIER KATEGORIEN

Anschließend bewertete das IVA jede Depotklasse in vier Kategorien: Struktur des Portfolios, Produktumsetzung, Risikomanagement und Kosten. In jeder Kategorie waren maximal 20 Punkte erreichbar, die in ein bis fünf Sterne umgerechnet wurden. Je nach Risikotyp erhielten die Teilergebnisse unterschiedliches Gewicht: Bei konservativen Depots ging das Risikomanagement etwas stärker in die Bewertung ein, bei Chancendepots die Kosten.

  1. Portfoliostruktur
    Hier zählten zunächst die Anlageklassen: Wird das Vermögen gut über Aktien, Anleihen und alternative Investments gestreut? Ist der Regionen- und Branchenmix ausgewogen? Werden Währungsrisiken berücksichtigt, und ist die Diversifikation im konservativen Depotanteil gut? In allen Depotklassen wurde die Struktur mit 30 Prozent gewichtet.
  2. Produktumsetzung
    In dieser Kategorie wurden etwa die Direktinvestitionsquote ermittelt, der sinnvolle Einsatz aktiver Fonds und die Vermeidung von Retailprodukten. Auch hier ging das Ergebnis für alle Depottypen mit einem Gewicht von 30 Prozent ein.
  3. Risikomanagement
    Das IVA überprüfte in diesem Bereich, wie gut die Portfolios auf Risiken wie Zinsanstieg, Marktcrashs oder Währungsschwankungen vorbereitet sind. Je konservativer, desto stärker ging das Risikomanagement in die Wertung ein (25 Prozent bei konservativ, 15 Prozent bei chancenorientiert).
  4. Kosten
    Bewertet wurden zunächst die inneren Kosten der einzelnen Anlageprodukte. Häufige Umschichtungen in den Portfolios führen zu hohen Transaktionskosten und bedeuten daher wenig Punkte. Bei Chancendepots machte die Kosteneffizienz 25 Prozent der Bewertung aus, bei den konservativen 15 Prozent.

SIEGEL

Anbieter, die in allen drei Risikoklassen mit mindestens zehn Depots vertreten waren und mindestens vier Sterne erzielten, erhielten auch in der Gesamtbewertung mindestens vier Sterne. Wer nur in einzelnen Depotklassen vertreten war, erhielt eine Teilnote. Verwalter mit vier oder fünf Sternen haben die Möglichkeit, ein Capital-Siegel zu erwerben und damit für sich zu werben. Genauere Informationen zu den Bedingungen dieser Siegel finden Sie unter capital.de/siegel

Hier finden Sie die Tabelle mit allen Ergebnissen zum Herunterladen


Der Beitrag ist in Capital 09/2019 erschienen. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes und GooglePlay