SteuernKleine Haushaltshilfe

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Übernimmt sogar ein Angestellter auf Vollzeitbasis hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie bügeln, kochen und putzen, erhalten Arbeitgeber auf Kosten von bis zu 20.000 Euro pro Jahr einen maximalen Steuerrabatt von 4.000 Euro (Mantelbogen Zeile 72). Begünstigt sind auch Hausmeisterarbeiten oder die Schneeräumung, um nur einige Beispiele zu nennen. Wichtig: Barzahlung ist tabu, sonst stellt sich das Finanzamt quer.

Bei der Pflege kann man viel herausholen

Uwe Rauhöft, Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine

Was viele nicht wissen: Auch wer zu Hause einen Pflegedienst in Anspruch nimmt, kann ihn steuerlich an zwei Stellen in der Steuererklärung deklarieren. Doch hier muss man aufpassen: Pflegedienstleistungen gehen in der Steuererklärung vorrangig als außergewöhnliche Belastungen durch – dabei bleibt allerdings stets ein gewisser Kostenanteil als zumutbare Eigenbelastung unberücksichtigt.

„Für diese anteilige Eigenbelastung beantragt man die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen, dann erhält man darauf 20 Prozent Steuerermäßigung“, sagt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine e. V. „Hier kann man in der Steuererklärung viel herausholen, wenn man es richtig anstellt.“

Bezahlt wird nur per Überweisung und nur mit Rechnung

Wer einem Handwerker einen Auftrag erteilt, kann 20 Prozent der Lohn- und Arbeitskosten inklusive Mehrwertsteuer von einem Maximalbetrag bis zu 6.000 Euro direkt von seiner Steuerschuld abziehen (Mantelbogen zur Steuererklärung Zeile 73). Das bringt pro Jahr einen Steuerrabatt von maximal 1.200 Euro. Das gilt auch, wenn man den Maler oder Schreiner über Onlineportale wie My Hammer, Book a Tiger oder Helpling bucht. Aber wie- der gilt: Bezahlt wird nur per Überweisung und nur mit Rechnung, sonst streikt der Finanzbeamte.

In der Rechnung sollten die Materialkosten gesondert ausgewiesen sein, denn dafür gibt es keinen Steuerabzug. Ausgenommen von dieser Regel sind Schmier-, Reinigungs- oder Spülmittel sowie Streusalz. Erstmals mit der Steuererklärung 2017 verzichten die Finanzämter auf die Einreichung von Belegen – man muss diese aber auf Verlangen nachreichen. Und Vorsicht bei Versicherungsschäden: Handwerkerkosten, die nach einem Sturmschaden durch eine Versicherung reguliert werden, dürfen Sie nicht noch zusätzlich bei der Steuer einreichen.

Ohnehin sollte man sich auf Diskussionen einstellen, wenn man den Fiskus an seinen Kosten beteiligen möchte. Das zeigen die zum Teil haarspalterischen juristischen Auseinandersetzungen um die „Haushaltsnähe“. Wer zum Beispiel seine Haustiere im Haushalt betreuen lässt, erhält einen Steuerrabatt, da Tätigkeiten wie das Füttern, die Fellpflege, das Ausführen und die sonstige Beschäftigung des Tieres als haushaltsnahe Dienstleistung akzeptiert wird (Az. VI B 25/17). Doch aufgepasst: „Anders als vielfach in Zeitungen zu lesen war, ist der Dogwalker, der das Tier lediglich zum Gassigehen am Gartenzaun abholt und wieder zurückbringt, nicht absetzbar“, sagt Steuerberater Wawro.

Reparaturen sind knifflig

Das Finanzamt beteiligt sich grundsätzlich auch an den Reparaturkosten von Haushaltsgeräten wie Waschmaschine, Fernseher & Co. Doch wichtig ist, wo die eigentliche Reparatur stattfindet. Die Finanzgerichte entscheiden nämlich bislang uneinheitlich in der Frage, ob Reparaturen zum Beispiel an Zimmertüren oder Toren, die der beauftragte Handwerker teilweise in seiner Werkstatt erbringt, steuerbegünstigt sind. Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg (Az. 12 K 12040/17) und das Finanzgericht Sachsen-Anhalt (Az. 1 K 1200/17) wollen den Steuerrabatt gewähren. Das Finanzgericht Nürnberg hat dagegen in einer aktuellen Entscheidung den Steuerbonus für die Aufarbeitung einer Haus- oder Zimmertür oder eines Möbelstücks oder die Reparatur eines Fernsehers außerhalb der Wohnung verweigert (Az. 4 K 16/17).

Der Dogwalker ist nicht absetzbar

Wolfgang Wawro, Steuerberaterverband Berlin

„Wenn eine Reparatur teilweise in der Wohnung, teilweise in der Werkstatt erbracht wurde, sollte man den Handwerker bitten, die Rechnung entsprechend aufzuteilen“, empfiehlt Uwe Rauhöft. Den gordischen Knoten wird mal wieder der BFH durchschlagen müssen – die Finanzverwaltung hat gegen die Urteile aus Berlin und Magdeburg Nichtzulassungsbeschwerde (Az. VI R 4/18) beziehungsweise Revision (Az. VI R 7/18) eingelegt. Die Lohnsteuerhilfe Bayern hat ebenfalls ein Verfahren laufen (Az. VI B 4/18).