GastkommentarBeste Aussichten für Nippon-Aktien

Japan kämpft mit der Rezession und ist mit einer Staatsverschuldung von nahe 250 Prozent der Wirtschaftskraft faktisch bankrott. Trotzdem bleibt der japanische Aktienmarkt ein Börsenfavorit
Japan kämpft mit der Rezession und ist mit einer Staatsverschuldung von nahe 250 Prozent der Wirtschaftskraft faktisch bankrott. Trotzdem bleibt der japanische Aktienmarkt ein Börsenfavorit
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Markus Steinbeis ist Leiter Fondsmanagement bei der Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung in München

 


Für uns bleibt der japanische Aktienmarkt auch 2015 einer unserer Börsenfavoriten. Attraktive Bewertungen, ein solides Gewinnwachstum und eine beispiellos unterstützende Fiskal- und Notenbankpolitik sprechen für japanische Aktien.

Die Bank of Japan (BoJ) erhöht die monetäre Basis jährlich um 80 Billionen Yen durch Anleihekäufe, was aktuell knapp 600 Mrd. Euro entspricht. Damit kauft Nippons Notenbank jeden Monat fast so viel wie die USA auf dem Höhepunkt ihrer Anleihekäufe, obwohl die Volkswirtschaft Japans nur ein Drittel der amerikanischen ausmacht. Mit ihrer aggressiven Geldpolitik verfolgt die BoJ das Ziel, die eigene Währung deutlich abzuwerten, um so die Wettbewerbsfähigkeit der stark exportabhängigen Unternehmen zu stärken. 

Gewinne und Bewertungen steigen parallel

Dank eines niedriger bewerteten Yen können Unternehmen wie Toyota, Suzuki oder Bridgestone ihre Produkte an den Weltmärkten günstiger anbieten und ihre Gewinnmargen erhöhen. Das wiederum macht künftige Dividendenerhöhungen und Aktienrückkäufe bei diesen Unternehmen wahrscheinlicher. Neben den Gewinnsteigerungen überzeugt auch die Bewertung der japanischen Börse. Während in den vergangenen zwei Jahren die Bewertungen an fast allen westlichen Aktienmärkten stärker zulegten als die Gewinne, kletterten Bewertungen und Gewinne an der japanischen Börse im Gleichklang.

Staatsinterventionismus wird böse enden

Bei aller Begeisterung: Anleger sollten die Augen vor der Realität nicht verschließen. Schließlich kämpft Japan weiterhin mit der Rezession und ist mit einer Staatsverschuldung von nahe 250 Prozent der Wirtschaftskraft faktisch bankrott. Die bis dato nur unzureichend eingeführten Reformen sowie der demographische Wandel sollten die Verschuldungsproblematik in den nächsten Jahren noch verschärfen. Eine komplette Finanzierung des Staatshaushaltes durch die Notenbank und der wachsende Einfluss des Staates auf die Wirtschaft sind die logischen Konsequenzen. Dass diese Geschichte in ferner Zukunft nicht gut enden wird, liegt auf der Hand.

Währungsabsicherung ist essenziell

Bis es so weit ist, zählen japanische Sachwerte wie Aktien und Immobilien jedoch zu den aussichtsreichen Anlagemöglichkeiten. Für Investoren bieten sich in den nächsten Jahren daher interessante Chancen bei guten Qualitätsaktien oder entsprechenden Fonds. Da von einer weiteren Abschwächung des japanischen Yens auszugehen ist, sollten Anleger unbedingt darauf zu achten, dass alle Investments mit Währungsabsicherung unterlegt sind.