RuhestandSo machen Sie aus Ihrem Vermögen eine Zusatzrente

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Income-Fonds

So funktioniert es: Income-Fonds sind im Prinzip Fondsentnahmepläne. Nur werden sie von der Finanzindustrie anders genannt – und mit vermeintlich stetigen Zinserträgen beworben. Weil viele Anleger regelmäßige Erträge aus ihrem Vermögen wünschen, erfreuen sie sich im Verkauf derzeit großer Beliebtheit.

In der Regel schütten die Fonds Geld quartalsweise an die Anteilseigner aus und verschaffen ihnen so ein zusätzliches „Einkommen“. Oft mixen die Manager verschiedene Anlage- und Fondskategorien zusammen, etwa Aktien, Anleihen und Immobilien. Die Auszahlungen werden aus Dividenden, Zinszahlungen, Mieten beziehungsweise den Ausschüttungen der Fonds im Portfolio gespeist.

Vorteile: Wie bei den Fondsentnahmeplänen. Darüber hinaus sind die Income-Fonds darauf spezialisiert, den Anlegern möglichst hohe Ausschüttungen zu verschaffen – was ihnen auch oft gelingt.

Nachteile: Wie bei den Fondsentnahmeplänen. Dazu gehen höhere Ausschüttungen auch stärker an die Substanz. Dividendentitel sind zudem oft nicht die Aktien mit dem größten Kurspotenzial. Die bei Income-Fonds besonders beliebten Anleihen, allen voran riskantere Schuldtitel mit ihren höheren Renditen, haben zwischenzeitlich schon spürbare Kursrückschläge erlebt. Weitere könnten folgen. Hinzu kommen noch die vergleichsweise hohen Gebühren von 1,5 bis knapp zwei Prozent pro Jahr.

Eignet sich für: Anleger, die eine Rendite von drei bis vier Prozent anstreben und kein Problem damit haben, ihre private Altersvorsorge dafür in riskantere Papiere zu stecken. Zudem sollten sie sich für einige Zeit wirklich binden, fünf oder mehr Jahre sollten es mindestens sein. Und man sollte auf das Können seines Fondsmanagers vertrauen.

Individuelle Auszahlpläne

So funktioniert es: Hier mixt Ihnen ein Vermögensverwalter ein Portfolio und den dazugehörigen Auszahlplan nach Ihrem persönlichen Geschmack zusammen: aus allen möglichen Anlagekategorien. Berater Friess etwa bietet oft ein Mischmodell aus Tagesgeld und kurz laufenden Staatsanleihen einerseits sowie volatileren Papieren wie Aktien andererseits an. Kategorie eins wird vor allem am Anfang verkauft, Kategorie zwei eher gegen Ende. Auf Dauer könne man so von den guten Aktienrenditen profitieren, wirbt Friess. Und man sei nicht gezwungen, Aktien zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen.

Kommer bietet ähnliche individuelle Auszahlpläne an und setzt wegen der niedrigen Zinsen ebenfalls auf einen satten Aktienanteil. „Sonst sind Renditen von drei Prozent heute kaum noch erreichbar.“ Um die Kosten zu begrenzen, verkauft Kommer nicht monatlich, sondern mindestens quartalsweise.

Reuss stellt für Kunden bei Anlagen von unter 1 Mio. Euro bevorzugt Fonds zusammen, Einzeltitel schwankten zu stark. Auch er setzt auf eine Kombination aus Aktien (30 bis 60 Prozent) und Anleihen. Drei bis fünf Prozent Rendite seien so noch immer möglich. „Selbst in der Finanzkrise 2007/08 war man nach anderthalb Jahren wieder über Wasser.“

Vorteile: Der Anleger ist noch flexibler und kann sich Portfolios bauen, die zu seiner ganz persönlichen Lebenssituation passen.

Nachteile: Da die genannten Vermögensverwalter nach eigenen Angaben keine Provisionen kassieren, nehmen sie Verwaltungs- und teils auch Beratungsgebühren.

Eignet sich für: Individualisten, die auf eine persönliche Beratung großen Wert legen.