RuhestandSo machen Sie aus Ihrem Vermögen eine Zusatzrente

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Bankauszahlplan

So funktioniert es: Der Bankauszahlplan ist eine moderne Version des Modells Kopfkissen. Sie legen Ihr Geld auf einem Konto an und vereinbaren mit der Bank oder Sparkasse eine monatliche Rückzahlung eines Teilbetrags dieses Kapitals – sowie die Laufzeit, in der Regel zwischen sechs und 30 Jahren. Obendrauf gibt es einen Zins, der meist für die ganze Laufzeit festgesetzt wird. Dieser dürfte allerdings momentan nicht dramatisch höher sein, als wenn das Geld unter dem Kopfkissen liegt.

Vorteile: Der Bankauszahlplan bietet dem Anleger ein regelmäßiges Einkommen, das automatisch auf seinem Konto eingeht. Das ist bequem. Anders als bei der Leibrente gibt es für die Nachkommen etwas zu erben. Falls der Kunde früh stirbt, haben sie Zugriff auf das noch nicht ausgezahlte Vermögen. Das Modell ist zudem bei Finanzinstituten weitverbreitet und lässt sich leicht arrangieren.

Nachteile: Wenn Sie länger leben, als die vereinbarte Laufzeit dauert, ist das Kapital aufgezehrt. Und wenn Sie zwischenzeitlich an Ihr Geld wollen, wird es schwierig. Denn normalerweise sind Bankauszahlpläne während der Laufzeit nicht kündbar. Und die Konditionen – die im jetzigen Zinsumfeld bescheiden ausfallen – sind nicht veränderbar. „Bei einer so langen Laufzeit ist auch das Bonitätsrisiko zu beachten“, sagt Gerd Kommer, Gründer des unabhängigen Münchner Vermögensverwalters Gerd Kommer Invest: „Nur 100.000 Euro sind durch die gesetzliche Einlagensicherung gedeckt. Aber wenn man die Gesamtsumme in mehrere 100.000-Euro-Einzelverträge splittet, sind die Konditionen schlechter.“

Eignet sich für: Anleger, die Sicherheit während der Laufzeit des Vertrages suchen, ihren Nachkommen etwas vererben wollen – und ihrer Bank vertrauen.

Fondsentnahme

So funktioniert es: Beim Fondsentnahmeplan vertrauen Sie Ihr Geld einem Fonds an, der die eingesetzte Summe dann in einen Auszahlplan umwandelt. Höhe und Dauer legen Sie selbst fest. Und Sie entscheiden auch, ob Sie dabei nur die Erträge entnehmen oder auch Ihr Startkapital. Je nach persönlicher Neigung können Sie sich für einen Rentenfonds, einen aktiv gemanagten Aktienfonds, einen ETF oder einen ganz anderen Fonds entscheiden.

Vorteile: Sie wandeln auch hier einen hohen Einmalbetrag in regelmäßige Teilzahlungen um – haben dabei aber höhere Flexibilität als beim Bankauszahlplan und der Leibrente. Die Auszahlkonditionen können Sie in der Regel verändern. „In einer Welt, die sich so rapide wandelt und solchen Strukturbrüchen ausgesetzt ist, sollte man schnell auf Veränderungen reagieren können“, sagt Michael Reuss, geschäftsführender Gesellschafter des unabhängigen Vermögensverwalters Huber, Reuss & Kollegen aus München. Für die Erben bleibt im Fall eines vorzeitigen Todes etwas übrig.

Nachteile: Die höhere Rendite geht mit mehr Risiko einher. Wenn etwa am Anfang des Entnahmeplans die Kurse fallen, kann es passieren, dass Ihr Startkapital schnell dahinschrumpft. Denn in diesem Modell müssen Sie besonders viele Anteile verkaufen, wenn die Kurse unten sind. Dann bleibt für die kommenden Jahre viel weniger übrig als geplant.

Eignet sich für: Anleger, die flexibel bleiben wollen und Rendite suchen. Aber Sie sollten nicht auf Gedeih und Verderb auf die Zusatzrente angewiesen sein.