Anlagestrategie8 Regeln für Ihre Geldanlage 2020

Seite: 3 von 4

#6 Besser als Beton: breit gestreute Immobilienwerte

Eine Wohnung zu kaufen und zu vermieten ist in vielen Großstädten ein Abenteuer geworden – teuer und unkalkulierbar. Eine Alternative sind Immobilienaktien. Typischerweise reagieren sie nicht so stark auf Konjunkturschwankungen, bieten aber über Dividenden meist regelmäßige Ausschüttungen.

Viele global anlegende Immobilienaktienfonds, egal ob aktiv oder passiv, zahlen eine jährliche Rendite von drei bis vier Prozent. Während passive ETFs günstig sind, bieten die teureren aktiven Immobilienaktienfonds Anlegern die Chance, schneller an regionalen und sektoralen Trends teilzuhaben – oder diese gerade zu meiden: etwa den Niedergang im Einzelhandel. Die Betreiber von Einkaufszentren leiden unter sinkenden Aktienkursen. Gleichwohl sind sie in den wichtigsten Branchenindizes wie dem Dow Jones Global Real Estate noch enthalten, während aktive Fonds die Betreiber von Shoppingmalls aus dem Portfolio aussortieren. In jedem Fall sollte eine Anlage in Immobilienaktien global gestreut sein.

#7 Rohstoffe nur zur Absicherung

Warum sollten Anleger ausgerechnet im Abschwung auf Rohstoffe setzen? Die Antwort ist: weil Rohstoffe in Abwärtsphasen durchaus das Zeug dazu haben, das Depot zu stabilisieren. Sie entwickeln sich nämlich nicht mit den Aktien nach unten, sondern sind eher unabhängig von Aktien. Es ist nicht die Konjunktur, die neue Rohstoffzyklen entfacht, sondern es sind die größeren Innovationszyklen, in denen Eisenbahnen, Computer oder künstliche Intelligenz erfunden werden. Und typischerweise setzen die ein, wenn eine Rezessionsphase endet.

Haupttreiber für einen neuen Innovationszyklus könnten diesmal die Schwellenländer sein oder die Digitalindustrie. Zudem haben Rohstoffinvestments die Angewohnheit, in Inflationszeiten für Werterhalt zu sorgen. Daher gehören rund zehn bis 15 Prozent Rohstoffe ins krisenfeste Depot, sagen Finanzmarktforscher. Entweder in Form breiter Rohstofffonds oder durch den Kauf von Mischfonds (aus Aktien und Anleihen), die größere Rohstoffanteile enthalten.

#8 Für Abgezockte: gegen den Bund-Future wetten

Zu Beginn dieser Regel muss ein großes „Vorsicht!“ stehen. Denn eine Wette auf fallende Kurse ist in der Regel eine kurzfristige und hoch riskante Spekulation. Die Regel soll aber auf das unterschätzte Risiko steigender Marktzinsen hinweisen.

Steigende Marktzinsen gehen nämlich einher mit fallenden Anleihekursen. Früher war das kein großes Problem. Als Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit noch vier Prozent Zinsen einbrachten, federten die Ausschüttungen Kursschwankungen ab. Doch diese Zeiten sind vorbei, der Bund zahlt heute selbst auf zehn Jahre keine Zinsen. Die Folge: Kursschwankungen schlagen unmittelbar ins Depot durch.

Besonders deutlich wird dies am Bund-Future, einem Terminkontrakt auf eine synthetische zehnjährige Bundesanleihe, dessen Kurs sich in die gleiche Richtung wie eine echte Bundesanleihe dieser Laufzeit bewegt. Steigen die Marktzinsen, so fällt der Bund-Future. Diese Situation wird im Short-Bund-Future abgebildet. Er legt bei steigenden Zinsen zu. Auf den Kontrakt gibt es eine Reihe von ETFs und Zertifikaten.

Aber: Diese Anlage ist nur was für Zocker. Denn im Kern zielt die Regel auf die wachsenden Risiken in Rentenportfolios. Wer in den Anleihemarkt investiert, sollte dies global diversifiziert über einen aktiven Fond tun. Dieser nimmt Gelegenheiten bei Hochzins- und Schwellenländer-Anleihen mit und kann auch von zwischenzeitlichen Kursanstiegen bei Euro-Staatsanleihen profitieren.

Doch Anleihen bleiben ohne Coupons eine riskante Angelegenheit. Wem dies zu gefährlich ist, der sollte beim Tagesgeldkonto bleiben. Es erhält zumindest nominal den Wert, ist täglich verfügbar und bis 100.000 Euro abgesichert.