Erfolg7 Erfolgsgeheimnisse von Warren Buffett

Starinvestor Warren Buffett
Starinvestor Warren BuffettGetty Images

Womit Jeff Bezos und Bill Gates ihr Geld gemacht haben, ist selbst Laien klar. Weniger eindeutig sieht es bei Warren Buffett aus. Der laut „Forbes“ aktuell drittreichste Mann der Welt hatte im Gegensatz zu den Tech-Pionieren nicht das eine zündende Geschäftsmodell, auf dem er sein Imperium aufgebaut hat. Buffetts Talent liegt vielmehr in der anhaltend hervorragenden Spürnase für die guten Ideen anderer Unternehmer.

In diesem Jahr wird das „Orakel von Omaha“ 90 Jahre alt. Was steckt hinter dem Erfolg des Vorstandsvorsitzenden und CEO von Berkshire Hathaway? Unter anderem diese sieben Faktoren.

#1 Beständigkeit

Reichtum ist oft ein vergängliches Gut. Nicht so bei Warren Buffett. Der Investor hält sich seit Jahrzehnten in der Spitzengruppe der reichsten Menschen der Welt – und das trotz grundlegender Umbrüche durch die Digitalisierung. Seit mindestens dem Jahr 2000 führt das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ Buffett auf einem der ersten vier Plätze seiner Milliardärsliste. 2008 konnte er die Spitzenposition beanspruchen, vor Carlos Slim und Bill Gates. 2000 betrug sein Vermögen laut „Forbes“ übrigens noch 25,6 Mrd. US-Dollar. In der 2019er-Rangliste waren es 82,5 Mrd. Dollar.

#2 Bescheidenheit

Ein Motto von Buffett lautet: „Rationale Menschen riskieren nicht, was sie haben und brauchen für etwas, das sie nicht haben und nicht brauchen.“ Der Investor braucht offenbar recht wenig. Während sich sein guter Freund Bill Gates eine High-Tech-Villa gebaut hat, wohnt Buffett immer noch in jenem Haus in Omaha, das er 1958 für 32.500 Dollar erworben hat.

#3 Kein Firlefanz

Altmodisch oder Konzentration aufs Wesentliche? Eins steht fest: Ein Unternehmer vom Schlage Buffetts muss sich nicht produzieren. Er kann es sich erlauben, dass die Startseite von Berkshire Hathaway aussieht, als ob sie noch zu BTX-Zeiten während der 80er-Jahre programmiert wurde. Wenigstens ist der 89-Jährige bei Twitter. Seine 1,6 Millionen Follower aber kamen bislang nur in den Genuss von neun Tweets. Der Letzte stammt vom 29. April 2016. Buffett selbst folgt auf Twitter niemandem.

#4 Breit aufgestellt

So sehr sich Buffett häufig aufs Wesentliche konzentriert, so breit stellt er sich bei den Geschäftsfeldern auf. Berkshire Hathaway ist alleiniger Eigentümer des Autoversicherers Geico, des Batterieherstellers Duracell und der Fast-Food-Kette Dairy Queen. Der Konzern hält 5,51 Prozent an Apple und ist damit laut CNN Money hinter The Vanguard Group (7,2 Prozent) der zweitgrößte Anteilseigner. Zum Portfolio gehören außerdem The Coca-Cola Company (9,4 Prozent), American Express (17,6 Prozent), Wells Fargo (9,9 Prozent) und United Airlines (8,67 Prozent).

#5 Gewinn vor Umsatz

Ein hoher Umsatz nützt Aktionären wenig, wenn davon am Ende kaum etwas übrig bleibt. Berkshire Hathaway belegte 20118 im Ranking „Fortune Global 500“ Platz zehn der umsatzstärksten Firmen der Welt. Unter den profitabelsten Konzernen aber reichte es für den dritten Rang. Allerdings ist auch Buffett nicht vor Rückschlägen gefeit. In der aktuellen Rangliste liegt Berkshire Hathaway auf Platz zwölf, ist beim Gewinn aber um mehr als 100 Ränge abgestürzt. Der Gewinn verringerte sich binnen eines Jahres demnach um 91 Prozent. Der Konzern nannte hierfür in seiner Jahresbilanz vor allem zwei Gründe: Änderungen in der Rechnungslegung und die Krise bei Kraft Heinz. Der Lebensmittelriese musste den Wert seiner Marken drastisch nach unten korrigieren. Berkshire Hathaway hält rund ein Viertel der Anteile an Kraft Heinz.

#6 Unberechenbar sein

Der Ruf „Orakel von Omaha“ enthält auch eine gewisse Unberechenbarkeit. Manchmal scheint Buffett bei Entscheidungen ausschließlich seinem Bauchgefühl zu vertrauen. Bei Apple ließ er sich lange Zeit. Erst 2016 – 40 Jahre nach Firmengründung – wurde bekannt, dass Berkshire Hathaway bei dem iPhone-Konzern eingestiegen ist. Buffett hat also offenbar kein Problem damit, bei Investitionen nicht gerade zur Avantgarde zu gehören. Ganz anders aber bei Amazon. „Ich war früh von Jeff Bezos beeindruckt“, sagte Buffett CNBC 2017. Trotzdem hat er nie Amazon-Aktien gekauft, trotz besseren Wissens. „Ich hab es vermasselt“, stellte der CEO im Jahr darauf fest. 2019 kaufte sein Konzern dann erstmals Amazon-Anteil, woraufhin der Kurs gleich um 2,5 Prozent stieg. Das war aber angeblich nicht Buffetts Idee. „Einer der Burschen im Büro“ habe die Entscheidung getroffen, sagte er CNBC.

#7 Gemeinsam ist man stärker

Wo wäre Warren Buffett heute ohne Charlie Munger? Vermutlich nicht auf Platz drei der reichsten Männer der Welt, wie Buffett selbst wohl als Erster zugeben würde. Der fast sieben Jahre ältere Munger wuchs nur wenige Straßen entfernt von seinem späteren Geschäftspartner in Omaha auf. Er arbeitete als Jugendlicher im Lebensmittelgeschäft von Buffetts Großvater. 1959 liefen sich der Investor und der Anwalt Munger bei einer Dinner Party wieder über den Weg und blieben fortan in Kontakt. Wenige Jahre später übernahm Buffett die Kontrolle über die Investmentfirma Berkshire Hathaway. 1978 machte er Munger zum Vizepräsidenten. Die Position hat der 95-Jährige bis heute inne. „Charlie hat mir viel beigebracht, was die Bewertung von Geschäften und die menschliche Natur angeht“, sagte Buffett 2008 der „New York Times“.