Vorsorge5 wichtige Fragen zum Sparen für Kinder

Symbolbild Sparschwein
Symbolbild SparschweinPixabay

Endlich volljährig! Wer für Studium oder Berufsleben das Zuhause der Eltern verlässt, braucht viel Geld für den Umzug und die ersten Monate. Das Taschengeld reicht dafür selten. Damit die Kinder nicht bei null starten müssen, sparen Eltern und Großeltern oft jahrelang für diesen Moment. Wenn die Kleinen dann groß sind, starten sie so im Bestfall mit einigen tausend Euro ins neue Leben. Aber wie legen Eltern und Großeltern das Ersparte am besten an? Die wichtigsten Fragen im Überblick:

Auf welchen Namen sollte das Sparkonto laufen?

Die Antwort auf diese Frage fällt Verbraucherschützer Niels Nauhauser leicht: „Wenn das Geld für das Kind sein soll, dann sollte das Konto auch auf dessen Namen laufen“, erklärt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Läuft das Konto auf die Eltern, gehört das Geld ihnen und das Kind hat keinerlei Anspruch auf das Ersparte. Sollten die Eltern also frühzeitig sterben, fließt das Geld in die Erbmasse und wird versteuert.

Ab wann kann das Kind auf das Konto zugreifen?

Bis zum 18. Geburtstag verwalten die Eltern oder Großeltern das Konto. Erst danach können die Kinder frei über ihr Konto verfügen. Wer Sorge hat, dass der Nachwuchs das Ersparte auf einen Schlag ausgibt, kann kurz vor dem 18. Geburtstag einen Auszahlplan einrichten. Das Kind bekommt dann monatlich einen bestimmten Betrag, bis das Konto leer ist. Der Auszahlplan lässt sich in der Regel nur kündigen, wenn beide Parteien zustimmen – zusätzlich fällt dafür meist eine Gebühr an. Finanzexperte Nauhauser rät darum, diese Entscheidung vom Einzelfall abhängig zu machen: „Wenn das Kind zum Studieren in eine andere Stadt zieht, braucht es viel Geld auf einmal und nicht eine monatliche Auszahlung.“

Lohnt sich eine Ausbildungsversicherung?

Einige Versicherer werben mit einer Ausbildungsversicherung, die den Nachwuchs finanziell absichern soll. Dahinter versteckt sich eine Mischung aus Kapital- und Risikolebensversicherung: „Der Name ist irreführend, denn die Versicherung zahlt natürlich nicht für eine Ausbildung“, stellt Verbraucherschützer Nauhauser klar. Sie sichert lediglich in kleinerem Rahmen Risiken wie den Todesfall der Eltern ab und zahlt ansonsten den Kindern das aus, was die Eltern eingezahlt haben. Zudem sind solche Versicherungen oft teuer und erwirtschaften kaum Rendite. Der Finanzexperte rät darum: „Die Themen Versicherung und Geldanlage sollte man stets trennen.“

Was ist mit ETF- oder Fondssparplänen?

Auch Sparpläne, die an einen Fonds oder einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) gebunden sind, können Eltern auf den Namen des Kindes abschließen. Von einem Besuch bei der Hausbank rät Verbraucherschützer Nauhauser ab: „Direktbanken haben meist bessere und günstigere Angebote als Filialbanken und eine größere Auswahl.“ Je höher die Kosten, desto geringer die Rendite: Wer pro Jahr zwei Prozent Gebühren fürs Fondsmanagement zahlen muss, dem bleibt von vier Prozent Rendite nur die Hälfte übrig.

Lohnt sich das klassische Sparbuch?

Trotz der niedrigen Zinsen ist die Zeit des Sparbuchs noch nicht vorbei, sagt Verbraucherschützer Nauhauser: „Auf Kinder-Sparbücher gibt es immer noch etwas Zinsen – im Gegensatz zu den Produkten für Erwachsene.“ Der Grund sei einfach: Über das Sparbuch kommen Kinder in der Regel das erste Mal mit einer Bank in Kontakt. Wenn sie regelmäßig ihr Sparschwein vorbeibringen, bindet das den Nachwuchs als Kunden für lukrative Verträge beim Start ins Berufsleben – so die Hoffnung der Banken, sagt Nauhauser. Das Sparbuch hat noch einen weiteren Vorteil: Durch das regelmäßige Sparen gewöhnt sich der Nachwuchs an den Umgang mit Geld. Dadurch sinkt die Gefahr, dass er als Erwachsener alles auf einmal ausgibt.
Infografik: Deutsche Sparer setzen immer noch aufs Sparbuch | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista