Die besten Wohnlagen für Ferienimmobilien in Florida

Der US-Bundesstaat hat die Immobilienkrise überwunden. Der Ausverkauf ist vorbei. Für all jene, die schon immer von einem Ferienhaus im Sunshine State geträumt haben, ist der Zeitpunkt für einen Einstieg aber immer noch günstig. Manikürte Rasenflächen, sauber geschnit­tene Palmettopalmen, sprudelnde Springbrunnen – nichts mehr deutet in der Gegend rund um die Tarpon Point Marina in Cape Coral auf Krise hin. Die ockerfarbenen Eigenheime im toskanischen Stil, die hier im letzten Jahrzehnt hochge­zogen wurden, strahlen wieder Zuversicht und Selbstbewusstsein aus. „Es sieht deutlich besser aus als noch vor drei Jahren“, sagt Denise Hudson, Maklerin bei Sellstate Priority Realty.

Damals hingen hier noch vor jedem zweiten Haus „For Sale“-Schilder. Sie wirkten wie verzweifelte Hilferufe jener Menschen, die sich vom billigen Geld verführt ein Haus gekauft hatten, das sie später nicht mehr abzahlen konnten. Mit der wachsenden Zahl der Schilder rauschten die Preise in den Keller. Im April 2007 kostete ein Haus in Cape Coral im Schnitt 279.000 Dollar, Ende 2011 waren es magere 106.000 Dollar. Mittlerweile ist das Geschäft aber wieder im Aufwind. Laut Maklerin Hudson sind die Durchschnittspreise in Cape Coral weiter gestiegen. 132.000 Dollar wurden im Mai im Schnitt für ein Haus bezahlt.

Nicht nur in Cape Coral, in ganz Florida geht es wieder aufwärts. Laut Branchenverband Florida Realtors wurden im Juni dieses Jahres wieder 5,3 Prozent mehr Einfamilienhäuser verkauft als im Vorjahr. Der durchschnittliche Verkaufspreis legte in Florida um 8,2 Prozent auf 151.000 Dollar zu, das vorhandene Angebot, ein wichtiger Indikator für den Zustand des Marktes, ging um 31,1 Prozent auf 112.365 Objekte zurück.

Rainer Filthaut von IRC International Realty Corporation in Naples spricht von einer „deutlichen Entwicklung hin zu ­einem wieder vernünftigeren Zustand“. Nach dem „Tal der Tränen, das deutlich von Übertreibungen nach unten gekennzeichnet war, befinden wir uns zurück auf dem Weg zur Normalität“.

Allein der Markt für einfachere Apartments und Häuser in schlechteren Lagen hat sich bis heute nicht erholt. In allen anderen Sparten stehen die Zeichen auf Aufschwung. Das gilt vor allem für das mittlere Segment, das für die meisten deutschen Ferienhauskäufer von Interesse ist. Hier haben sich die Preise laut ­Maklerin Gabriele Charity, Chefin von Charity & Weiss International Realty in Sarasota zuletzt verfestigt. In einzelnen Lagen steigen sie sogar schon wieder.

Für einen Kauf in Florida ist es trotzdem nicht zu spät. Die Preise im Sunshine State werden „von ausländischen Interes­senten gerade im mittleren Preissegment als günstig wahrgenommen“, sagt Maklerin Michelle Paradis von John R. Wood Realtors in Naples.

Auch die Finanzierung ist nach wie vor günstig. Die Zinsen sind niedrig, und Kirsten Paul von Paul Finance in Fort Myers berichtet wieder von zahlreichen und „sehr guten“ Programmen für europäische Kreditnehmer mit Zinsen ab 3,75 Prozent. Die Beleihung betrage dabei maximal 70 Prozent in Südflorida beziehungsweise 75 Prozent nördlich der Achse Tampa–Orlando. Anders als noch vor einigen Jahren werde seitens der Banken auf Nachweise zwar nicht mehr verzichtet. Aber die Nachweispflicht sei doch sehr schlank gehalten. Paul: „Auch weniger Begüterte können sich heute eine solche Immobilie leisten.“

Die Ausnahme: Luxusimmobilien, die absoluten Topobjekte in erstklassigen Lagen. „Die konnten mehr oder weniger ihr Preisniveau halten“, sagt Maklerin Paradis. Beispiel Naples: Entlang des Gordon Drives im Nobelviertel Port Royal, wo sich eine McMansion an die andere reiht, wurde in den vergangenen Monaten ein halbes Dutzend Häuser für über 25 Mio. Dollar veräußert, davon zwei für mehr als 40 Mio. Dollar.

Musiker Billy Joel zum Beispiel dürfte davon ausgehen, dass sich seine Immo­bilieninvestition in Miami trotz allen Krisengeredes nicht als Minusgeschäft erweisen wird. Der sechsfache Grammy-Gewinner bietet seine 825 Quadratmeter große Waterfront-Mansion für 14,75 Mio. Dollar zum Verkauf an. Er erwarb das Objekt im Boomjahr 2006 für 13,5 Mio. Dollar. Die Chancen, dass der Barde schon bald ein passendes Angebot erhält, stehen gut. „In dem Segment herrschte während der gesamten Krise eine gewisse Preis­stabilität“, sagt Martin Schäfer von Engel & Völkers in Palm Beach.

Andere Makler teilen diese Einschätzung. Tobias Kaiser etwa, Inhaber von Kaiser Associates in Fort Lauderdale, beobachtet eine verstärkte Nachfrage nach luxuriösen Feriendomizilen. „Das internationale Interesse ist eindeutig da“, so Kaiser. „Luxusvillen mit Meerblick werden nicht so viele angeboten, wie wir verkaufen könnten“, berichtet auch Sara­sota-Maklerin Gabriele Charity.

capital.de, 31.01.2017
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