Die besten Wohnlagen für Ferienimmobilien in Mallorca

Dänen, Norweger, Schweden, dazu ein paar Österreicher und natürlich die Schweizer, die zurzeit mit dem starken Franken günstig im Euro-Raum einkaufen können. Ein bunt gemischtes Völkchen an potenziellen Immobilienkäufern tummelt sich auf Spaniens größtem Eiland. Sie alle kommen, um zu bleiben – manche erst mal als Langzeitmieter. „Wir beobachten ein Phänomen, das wir Auswandern auf Zeit nennen. Viele mieten erst einmal ein Jahr lang ein Haus oder eine Wohnung, bevor sie sich zum Kauf entscheiden“, sagt Beatus Zimmermann vom Immobilienvermittlungsportal Porta Mallorquina.

Ob als Mieter oder Käufer, vor allem Nordeuropäer entdecken Mallorca, sagt Daniel Waschke vom Engel & Völkers-Büro in Andratx. Noch vor Kurzem habe die Insel in Skandinavien für Billigtourismus und Sangriaeimer gestanden. „Für Dänen oder Schweden, die eine Luxusimmobilie im Süden suchten, kamen bislang nur die Côte d‘Azur oder Marbella infrage. Jetzt merken sie: Mallorca wäre eine Alternative.“

Drei der zehn reichsten Schweden hätten hier inzwischen einen Zweitwohnsitz, sagt Waschke. Namen nennt er nicht, aber Preise. Die ziehen an im mondän-neureichen Andratx, wo es kaum Grundstücke gibt. „Bis 2011 lag die teuerste Immobilie, die ich je verkauft hatte, bei 5 Mio. Euro. Anfang dieses Jahres habe ich das erste Mal ein Objekt für 8 Mio. Euro verkauft – das hätte ich noch ein halbes Jahr vorher nicht für möglich gehalten.“

Ganz so gut wie in Andratx läuft es nicht überall – wenn die Immobilien­preise auf Mallorca auch nie so tief eingebrochen sind wie auf dem Festland. Der Grund: Bauland auf der Insel ist begrenzt, Außerdem ist die meist vermögende Immobilienklientel nicht an kurzfristigen Gewinnen interessiert. „Wer nach Mallorca kommt, erfüllt sich einen Lebens­traum“, sagt Heidi Stadler vom Maklerbüro First Mallorca. Den gibt es inzwischen zwar günstiger als vor fünf Jahren, aber keinesfalls billig.

In guten Lagen fielen die Preise seit 2007 um durchschnittlich zehn bis 15 Prozent. „Seit 2010 erleben wir Stagnation auf hohem Niveau“, sagt Gerhard Maurer, der seit 17 Jahren Häuser und Ferienwohnungen in Sóller und Umgebung makelt. „Nur ein Einzelfällen gibt es Nachlässe von 15 bis 20 Prozent auf den ausgewiesenen Preis.“

Schnäppchen lassen sich am ehesten im Norden finden, in der Gegend um Alcúdia und Pollença, wo Gary Hobson das Engel & Völkers-Büro leitet. Hier waren Hochburgen der Briten – die neben den Deutschen bislang größte Gruppe ausländischer Investoren. Anders als Deutsche und Schweizer, die meist cash bezahlen, finanzierten viele Briten ihre Immobilien über Kredite, die sie nun nicht mehr bedienen können. Einige haben sich nun aufs Vermieten verlegt, andere verkaufen – mit deutlichen Abschlägen.

„Die Preise sind vergangenes Jahr noch einmal um zehn bis zu 15 Prozent gesunken“, sagt Hobson, „und ich glaube, die Talsohle ist noch nicht erreicht.“

capital.de, 31.01.2017
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