Die besten Wohnlagen für Ferienimmobilien in Costa del Sol

In Marbellas noblem Jachthafen Puerto Banús trennen nur wenige Meter Höhen­unterschied zwei Welten: Während in der Dunkelheit des öffentlichen Parkhauses Autos mit spanischen Kennzeichen vor sich hin rosten, blitzen an der Hafenpromenade die schicken Sportwagen des internationalen Jetsets in der Sonne: BMW, Ferrari, Lamborghini. Seit den 60er-Jahren kommen die Reichen und jene, die es gern wären, nach Marbella, um die Schattenseiten des Lebens auszublenden. Gleichwohl hat die Krise auch Marbella nicht verschont. In den Luxusvierteln brachen die Immobilienpreise laut Engel & Völkers seit 2005 um 40 Prozent ein. An der „Goldene Meile“ genannten Hauptverkehrsader in Richtung Puerto Banús stehen etliche Ladenlokale leer, entlang der Hauptgeschäftsstraße Ricardo Soriano im Zentrum ist die Stadtverwaltung dazu übergegangen, verwaiste Ladeneingänge mit den allgegenwärtigen „Se vende“-Schildern („zu verkaufen“) hinter meterhohen bemalten Vinylplatten zu verstecken.

Marbellas Glanz ist getrübt, seine Beliebtheit nicht. Skandinavier, Belgier und Schweizer, Deutsche, Araber und Russen kommen und kaufen. Briten und Iren ­dagegen, von denen viele unter der Krise litten, wollen oder müssen verkaufen, auch die Reichen. Der irische Geschäftsmann Michael Smurfit bietet die aktuell wohl teuerste Villa Spaniens, die Casa Loriana, für 50 Mio. Euro zum Verkauf an.

Willkommen in Marbella, wo die ­Preise für Immobilien krass auseinanderdriften und wo die Kaufinteressenten gegensätzlicher kaum sein könnten. Da gibt es „die ganz abgehobenen, steinreichen Käufer, die mit der Krise nichts zu tun haben – und alle anderen“, sagt Maklerin Inge Rinkhoff. Letztere dürfen damit rechnen, dass im mittleren Marktsegment, um die
300.000 Euro, die Preise weiter sinken werden.

Auch Estepona, weiter südlich an der Costa del Sol, könnte sich als Anlageziel lohnen. In dem ursprünglich landwirtschaftlich geprägten Städtchen wurde ein anfangs auf 400.000 Euro geschätztes Penthouse mit Strandblick jüngst an eine kanadische Firma verkauft – für
200.000 Euro.

capital.de, 31.01.2017
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